Pkw-Markt E-Auto-Boom treibt Neuzulassungsplus im Juni

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Um fast 65 Prozent stieg im Juni die Zahl der neu registrierten batterieelektrischen Fahrzeuge. Der Gesamtmarkt wuchs um etwa ein Viertel. Doch Experten sehen zum Jahresende dunkle Wolken über Auto-Deutschland aufziehen.

Im ersten Halbjahr 2023 wurden deutlich mehr Pkw ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.(Bild:  Wehner - VCG)
Im ersten Halbjahr 2023 wurden deutlich mehr Pkw ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.
(Bild: Wehner - VCG)

Gewerbliche Zulassungen sowie deutlich steigende E-Auto-Verkäufe haben im Juni für ein deutliches Plus auf dem deutschen Automarkt gesorgt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte, legten die Pkw-Neuzulassungen im vergangenen Monat im Vergleich zum Juni 2022 um 24,8 Prozent auf 280.000 Einheiten zu.

„Der Aufschwung auf dem deutschen Neuwagenmarkt ist derzeit robust“, sagt Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter Mobility beim Beratungsunternehmen EY. Dabei wuchsen die gewerblichen Neuzulassungen um 34,4 Prozent, während die auf Privatpersonen erstmals registrierten Pkw nur um 7,2 Prozent zulegten.

Im gesamten ersten Halbjahr verbuchte das KBA mit 1,397 Millionen zugelassenen Neuwagen ein Plus von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Die Neuzulassungen haben sich wie erwartet positiv entwickelt und werden vor allem vom langsamen Abbau des Auftragsbestandes getragen“, kommentierte der Präsident des Importeursverbands VDIK, Reinhard Zirpel, die Zahlen. Dennoch sei der deutsche Automarkt vom Volumen der Vorkrisenjahre weit entfernt. „Im ersten Halbjahr blieben die Neuzulassungen 16 Prozent unter dem Durchschnitt der 10 Jahre vor Beginn der Corona-Krise“, so Zirpel.

Elektroautos legen um 64,4 Prozent zu

Der Absatz von Elektroautos (BEV) stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 64,4 Prozent. Ihr Marktanteil kletterte von 14,4 auf 18,9 Prozent und erreicht damit den höchsten Stand seit Dezember 2022. In absoluten Zahlen betrug das Plus knapp 21.000 Einheiten und damit nahezu genauso viel wie der Zuwachs bei Benzinern und Dieselfahrzeugen zusammen. Der Anteil der Benzin- und Dieselmodelle am Gesamtmarkt lag im Juni aber mit 52,3 Prozent immer noch bei über der Hälfte.

Ob der E-Auto-Markt auf eigenen Beinen stehen kann, wird sich nach Ansicht von Constantin M. Gall ab dem vierten Quartal dieses Jahres zeigen. „Ab September 2023 gibt es keine Förderung mehr für gewerbliche Käufer, zum Jahreswechsel schrumpft zudem die Fördersumme für private Kunden erneut. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit wieder zu einem deutlichen Wachstumsdämpfer dieses Marktsegments führen“, so der Experte.

Die Erfahrung aus anderen Ländern zeige, dass zumindest derzeit noch staatliche Subventionen einen erheblichen Anteil am Erfolg von E-Autos haben. „Wo wenig gefördert wird, werden wenige Elektroautos verkauft“, sagt Gall.

Für den gesamten Automarkt rechnet er jedoch mit einem anhaltenden Aufwärtstrend zumindest bis zum Jahresende. Für das Gesamtjahr 2023 erwartet er ein Neuzulassungswachstum von 15 Prozent. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist da weniger optimistisch. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn bezeichnete die aktuell hohen Zahlen als „sommerliches Zwischenhoch, das trügerisch ist“. Die Auftragseingänge seien seit Beginn des Jahres rückläufig. Das werde sich spätestens im vierten Quartal negativ auf die Zulassungszahlen auswirken, glaubt Peckruhn.

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