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Pleitegefahr in der Kfz-Branche ist 2018 deutlich gesunken

| Autor: Andreas Grimm

Wirtschaftlich ist das Kfz-Gewerbe überwiegend gut durch das Jahr 2018 gekommen. Die Zahl der Insolvenzen sank im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Zehntel. Allerdings entwickelte sich die Pleitegefahr in den Geschäftsfelder deutlich unterschiedlich.

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(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist im Jahr 2018 wieder gesunken. Damit schwenkt die Entwicklung wieder auf den rückläufigen Trend ein, der seit 2013 zu beobachten war, allerdings im Jahr 2017 unterbrochen wurde. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) gerieten im vergangenen Jahr 579 Unternehmen der Kfz-Branche in akute finanzielle Schwierigkeiten. Das waren 59 Betriebe oder 9,2 Prozent weniger als im Jahr 2017.

Zuletzt zur Entspannung beigetragen hat der Monat Dezember. Zum Jahresschluss sank die Zahl der Insolvenzen um zwei auf 52 Fälle.

Betroffen von den Pleiten ihrer Arbeitgeber im Kfz-Handel und -service, bei Motorradbetrieben, Lackierereien, Autowaschanlagen sowie im Teile- und Zubehörhandel waren 1.574 Beschäftigte. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 247,8 Millionen Euro. In 197 Fällen musste das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen werden. Im Vergleich mit der gesamten Wirtschaft steht das Kfz-Gewerbe damit sehr gut da. Insgesamt verzeichnete das Destatis in Deutschland 19.302 Unternehmensinsolvenzen, ein Rückgang um 3,9 Prozent.

Erfreulich ist, dass im vergangenen Jahr alle Bereiche des Kfz-Gewerbes – von den Waschanlagen bis zum Fahrzeughandel – weniger pleitegefährdet waren als noch 2017. Den in absoluten Zahlen größten Rückgang an Fällen verzeichnete aber das Werkstattsegment. Insgesamt mussten 169 Werkstattbetriebe aus dem Pkw- (161 Fälle) und Nutzfahrzeugbereich (8 Fälle) Insolvenz anmelden. Das waren 17 betroffene Betriebe weniger als ein Jahr zuvor.

Ebenfalls deutlich geringere Fallzahlen im Jahr 2018 meldet die Insolvenzstatistik für die Autowaschanlagen mit 35 Fällen (8 Fälle weniger) und für Lackierereien mit 22 Fällen (9 Fälle weniger).

Überdurchschnittlich rückläufig war zudem die Entwicklung im Teile- und Zubehörgeschäft. In diesem Tätigkeitsfeld mussten noch 90 Betriebe ihre Aktivitäten einstellen, 15 weniger als im Jahr 2017 (-14,3 %). Vor allem im Großhandel stabilisierte sich die Situation, da sich die Fallzahl auf 17 mehr als halbierte. Hier macht sich möglicherweise die Konzentration im Teilehandel bemerkbar, die in den Vorjahren zum Ausscheiden vieler selbstständiger Betriebe durch Übernahmen, Geschäftsaufgabe oder eben Pleiten geführt hatte.

Weniger deutlich fiel die Entwicklung im Fahrzeughandel aus. In diesem Geschäftsfeld mussten im abgelaufenen Jahr 247 Betriebe zum Insolvenzgericht, sechs weniger als vor Jahresfrist. Dabei machte sich in diesem Branchenzweig vor allem das boomende Nutzfahrzeuggeschäft bemerkbar: Während im Nutzfahrzeughandel die Zahl der Pleiten um 7 sank, stieg sie im Pkw-Geschäft (Neu- und Gebrauchtwagenhandel) sogar um einen Fall.

Erneut gesunken ist zudem das Insolvenzrisiko der Betriebe, die sich mit Krafträdern beschäftigen. In diesem Bereich verzeichnete das Destatis noch 16 zahlungsunfähige Betriebe . Das waren vier weniger als im Jahr 2017. In diesem Bereich hat sich die Fallzahl seit 2013 damit mehr als halbiert.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«