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Porsche: 4 gewinnt nicht immer gleich

Autor: Steffen Dominsky

Erst mit Vorstellung des Panamera konnten Kunden einen Porsche-Sportwagen mit ausreichend Platz für vier Personen erwerben. Die Idee vom viersitzigen Porsche war aber schon in den 1950er Jahren entstanden. Doch es dauerte lange, bis es ein Ansatz endlich in die Serienproduktion schaffte.

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Der 356 war erst wenige Jahre alt, da machte sich Porsche bereits Gedanken um einen viersitzigen Sportwagen.
Der 356 war erst wenige Jahre alt, da machte sich Porsche bereits Gedanken um einen viersitzigen Sportwagen.
(Bild: Porsche AG)

Bis vor Kurzem wussten viele Chinesen gar nicht, dass Porsche über Jahrzehnte hinweg ein reiner Hersteller von Sportwagen war, also von solchen Autos mit Platz für maximal zwei Erwachsene. Sie kannten die Stuttgarter Marke lediglich als Produzent von Cayenne und Macan, bestenfalls noch von einem Modell namens Panamera, also von SUVs und einer Kombilimousine. Was aber auch hierzulande nur die wenigsten wissen: Die Stuttgarter experimentierten über die Jahrzehnte hinweg immer wieder mit Derivaten ihrer Sportwagen, die mehr als nur 2 oder 2+2 Sitzplätze boten. Hier eine kleine Übersicht der Porsche, die nicht nur ihre Viersitzigkeit eint, sondern auch die Tatsache, dass sie in Bezug auf die Serienproduktion alles Verlierer waren.

356 Typ 530

Dieser 356 war anders. Seine Türen hatten größere Abmessungen, der Radstand war verlängert und das Dach im Fond war leicht angehoben. Und auch wenn der intern genannte Typ 530 noch zwei Türen besaß: Mit ihm war Anfang der Fünfzigerjahre die Vision eines Porsche für vier geboren. Ferdinand „Ferry“ Anton Ernst Porsche selbst war es ein großes Bedürfnis, dass auch Familien in einem Sportwagen Platz finden. Schließlich wurde er im Alter von 26 Jahren selbst Vater und schätzte das Familienleben – sowie das sportliche Fahren. Anfangs kamen Entwicklungen eines Porsche mit vier vollwertigen Sitzen jedoch nur zaghaft ins Rollen.

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Typ 754 T7

Nach der Ära des 356 und dem Entwurf 530 folgte 1959 ein nächster Versuch. Unter der Leitung von Ferry Porsches Sohn, Ferdinand Alexander, entstand der Typ 754 T7. Die Grundzüge glichen schon seinem baldigen Nachfolger: dem Porsche 911. Seine charakteristische Frontpartie bis zur A-Säule sowie das Fließheck lassen bis heute erkennen, dass sich der T7 schon nah am Ziel der Sportwagenikone befand. Um ihm aber noch etwas mehr Raum zu geben, unternahm man weitere Versuche und parallel entstanden die Typen T8 als 2+2 Sitzer und T9 als vollwertiger Viersitzer. Ferry Porsche persönlich gab 1961 die Weiterentwicklung des T8 frei. Es war letztlich die Geburtsstunde des 911.

928 S

Mit der Präsentation des 928 im Jahr 1977, der den 911 nach mehr als 14 Jahren eigentlich ablösen sollte, begann ein weiteres Kapitel auf der Suche nach einem vollwertigen Viersitzer. 1984 entschloss sich Porsche zu einer komfortableren Variante des 928. Es wurde eine zweitürige Limousine mit vier Sitzen. Pünktlich zu Ferry Porsches 75. Geburtstag 1984 entstand ein Einzelstück: eine zweitürige Limousine mit vier Sitzen als komfortablere Variante eines 928 S. Doch das Geschenk der Mitarbeiter an den Firmenpatriarchen schaffte es nicht in die Serienproduktion.

928 H50

Zeitgleich nahm eine neue Variante des 928 immer mehr Gestalt an. 1986 fanden sich zwei Typen mit jeweils vier Türen und unterschiedlichen Heckpartien auf dem Zuffenhausener Zeichenbrett. Nach umfangreichen Entwicklungstests verwarf Porsche 1989 aber auch diesen Anlauf: Die Steifigkeit der 928-Karosserie wirkte nicht überzeugend. Ein Modell der beiden Versuche, ein schwarzer Viertürer mit kombiartigem Heck, befindet sich noch heute in der Sammlung des Museums.

989

Während parallel weiter Sportwagengeschichte geschrieben wurde, folgten neue Versuche, einen Porsche für vier zu etablieren. Mit einem 300 PS starken 3,6-Liter-V8 im Heck stand der von Harm Lagaay kreierte Typ 989 bereit, als erster viertüriger Porsche einen wichtigen Meilenstein zu setzen. Alles schien dieses Mal richtig gemacht geworden zu sein. Doch Wendelin Wiedeking hielt mit Amtsantritt zum Vorstandsmitglied den Start des Werksbands aus betriebswirtschaftlichen Gründen an. 1993 wurden alle Kräfte für die neuen Modellreihen Boxster und Carrera benötigt.

Ende der Neunzigerjahre kam es dann zum Durchbruch: Die Version eines Porsche mit vier vollwertigen Sitzen kam aus den Schubladen und der Prototypenwerkstatt auf die Straße. Nach der Einführung des Cayenne im Jahr 2002 folgte 2009 endlich der Sportwagen für vier: der Panamera. Die Entwicklung zeigt: Manchmal war die Zeit noch nicht reif, oder interne Umstände durchkreuzten die kühnen Pläne. Doch an einen Sportwagen für vier hat Porsche immer geglaubt und ihn schließlich realisiert.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group