Porsche in Berlin: Der 800.000-Euro-Pylon

Hersteller investiert 15 Millionen Euro in Hauptstadtregion

| Autor: Martin Achter

Das neue Porsche-Zentrum Berlin-Adlershof verfügt über einen turmhohen Pylon, der mehr leistet, als Kunden und Kaufinteressenten nur auf den Standort aufmerksam zu machen.
Das neue Porsche-Zentrum Berlin-Adlershof verfügt über einen turmhohen Pylon, der mehr leistet, als Kunden und Kaufinteressenten nur auf den Standort aufmerksam zu machen. (Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Wohl nur selten wurde in der Geschichte des Automobilhandels in Deutschland so viel Geld für ein einzelnes Element der Autohaus-Signalisation ausgegeben: Porsche Deutschland eröffnet an diesem Wochenende in Berlin einen weiteren Niederlassungsbetrieb, das Porsche-Zentrum Berlin-Adlershof. Und dessen Pylon schlägt in der Abrechnung der Bauarbeiten mit einer Position von rund 800.000 Euro zu Buche.

Bei dieser Summe liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Hinweisgeber handelt, der den Kunden den Weg von der nahegelegenen Stadtautobahn 113 ins Porsche-Zentrum zeigen soll. Es ist ein Pylon, der schon alleine aufgrund seiner Dimensionen außergewöhnlich ist: 25 Meter hoch und 5,5 Meter breit. Die Bauzeit belief sich auf 16 Wochen. Das Gesamtgewicht liegt bei 88 Tonnen mitsamt Fundament. Aber warum braucht es einen solchen Monolithen?

Tatsächlich fällt das Porsche-Zentrum Berlin-Adlershof Vorbeifahrenden nicht sofort ins Auge: Die Stadtautobahn liegt sozusagen eine Etage höher, dicke Betonpfeiler tragen sie; und Lärmschutzwände an beiden Seiten versperren den direkten Blick von dem Autoschnellweg auf den jüngsten der nunmehr drei Niederlassungsbetriebe. Reicht allein das schon aus, um die 800.000-Euro-Investition zu rechtfertigen?

Nein, aber wenn man die 800.000 Euro in ein kleines Kraftwerk steckt, das im Jahr 30.000 Kilowattstunden Strom produziert und zusätzlich etwas Hersteller-Goodwill einberechnet, wird die Investition plausibler. Vor allem, wenn die 30.000 Kilowattstunden den Strombedarf des Standorts decken. Bei dem Pylonen handelt es sich also um eine turmhohe Konstruktion, die mit 162 Photovoltaik-Panelen bestückt ist, auf denen insgesamt fast 8.000 Solarzellen untergebracht sind.

Porsche hat in den vergangenen Monaten viel Geld in seinen Niederlassungsstandort Berlin investiert: 15 Millionen Euro. Zwei Drittel davon flossen in den Neubau des Porsche-Zentrums Berlin-Adlershof, wie Patrick Henkel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche-Niederlassung Berlin im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte.

Nun ist die Marke in der Hauptstadtregion vertreten mit dem Porsche-Zentrum Berlin an der Innenstadt-Adresse Franklinstraße in Charlottenburg, dem Porsche-Zentrum Berlin-Potsdam im südwestlichen Gewerbepark Dreilinden und jetzt neu mit dem Porsche-Zentrum Berlin-Adlershof im Südwesten.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44786685 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Corona-Krise: Finanziell Luft verschaffen

Corona-Krise: Finanziell Luft verschaffen

Die Umsätze bleiben aus, die Kosten laufen aber weiter: Die Corona-Krise hat viele Unternehmen über Nacht in existenzielle Nöte gestürzt. Staatliche Hilfsprogramme sollen Insolvenzen verhindern. Wie Betriebe die Krise überbrücken können. lesen

Wellergruppe: Keine Tageszulassung mehr

Wellergruppe: Keine Tageszulassung mehr

Über das abgelaufene Autojahr 2019 äußert sich Burkhard Weller zufrieden. Weder Dieselquote noch E-Mobilität machen den Unternehmer nervös. Spricht er jedoch über das Zusammenspiel zwischen Hersteller und Handel, ist es mit der Ruhe vorbei. lesen