Zweites E-Modell Porsche lässt den E-Macan los – bringt aber auch neue Verbrenner-Varianten

Autor: Christoph Seyerlein

2023 startet der elektrische Porsche Macan. Getarnt kann er aber bereits jetzt Autofahrern auf der Straße begegnen. Was sich der Hersteller mit dem E-SUV vornimmt – und warum bereits in diesem Jahr trotz der Elektrooffensive neue Macan-Modelle mit Verbrennungsmotor bringt.

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Auf dem Prüfgelände in Weissach haben Prototypen des elektrischen Porsche Macan bereits erste Runden gedreht.
Auf dem Prüfgelände in Weissach haben Prototypen des elektrischen Porsche Macan bereits erste Runden gedreht.
(Bild: Porsche)

Wer in nächster Zeit ein getarntes Porsche-SUV auf der Straße sieht, hat es wohl mit dem elektrischen Macan zu tun. Der Hersteller testet das Modell nun auch außerhalb seines Prüfgeländes in Weissach. Auf den Markt kommt der E-Macan allerdings erst 2023. Bis dahin will der Sportwagenbauer rund drei Millionen Testkilometer mit Prototypen abgespult haben. Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner erklärte am Montag: „Die Erprobung im realen Umfeld beginnt und ist einer der wichtigsten Meilensteine im Entwicklungsprozess.“

Dabei setzt die Marke nicht nur auf physische, sondern auch digitale Prototypen. Dadurch gesammelte Daten sind bereits in die Entwicklung der jetzt losgeschickten, getarnten Fahrzeuge eingeflossen. 20 solcher digitaler Erprobungsmodelle setzt Porsche ein. Das soll Ressourcen und Kosten sparen. Rückmeldungen von den „echten“ Testfahrten fließen wiederum in die Weiterentwicklung der digitalen Prototypen ein.

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Als anschauliches Beispiel für den Sinn eines solchen Vorgehens nennt Porsche die Entwicklung eines komplett neuen Anzeige- und Bedienkonzepts, das im elektrische Macan zum Einsatz kommen soll. Dieses kann nun bereits digital erprobt werden, noch lange bevor das erste physische Cockpit entsteht. „Testfahrer“ sind dabei nicht nur die Experten selbst, sondern auch fachfremde Probanden.

Entwicklungsvorstand Steiner betonte aber auch, dass echte Testfahrten nicht komplett zu ersetzen seien. „Die Dauererprobung auf abgesperrten Prüfgeländen und öffentlicher Straße unter realen Bedingungen ist nach wie vor unverzichtbar, um die Fahrzeugstruktur, die Betriebsfestigkeit und die Zuverlässigkeit von Hardware, Software und aller Funktionen nach unseren hohen Qualitätsmaßstäben abzusichern“, sagte er.

Der Anspruch an die Entwicklungsmannschaft ist hoch: Auch der E-Macan soll mit seiner 800-Volt-Architektur ähnlich wie der Taycan einem echten Porsche gerecht werden. „Der vollelektrische Macan wird das sportlichste Modell in seinem Segment sein“, formulierte Steiner das Ziel.

Noch in diesem Jahr kommen neue Verbrenner

Da es bis zur Markteinführung aber noch einige Zeit dauert, kündigte Porsche am Montag eine Lösung für die Zeit bis 2023 an. Noch in diesem Jahr wird es einen Nachfolger des aktuellen Macan mit Verbrennungsmotoren geben. Zwar steige gerade in Europa die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen kontinuierlich, betonte Steiner. „Das Entwicklungstempo in den Weltregionen in Bezug auf die Elektromobilität ist jedoch unterschiedlich“, fügte er an. Die neuen Verbrenner-Macan-Modelle will der Hersteller künftig parallel zum reinelektrischen SUV anbieten.

Die ein oder andere Auffrischung kann der Macan gut gebrauchen. Im vergangenen Jahr verlor das Modell seinen internen Spitzenplatz beim Verkaufsranking an den Cayenne: Mit 78.124 ausgelieferten Einheiten blieb er klar hinter dem großen Bruder zurück (92.860). 2019 hatte Porsche noch 99.994 Macan-Modelle abgesetzt.

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Entwicklungsredakteur