Porsche Taycan: Saubere Kraft in schöner Form

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Die Liste der technischen Details des Taycan ist endlos. Für jede Achse ein eigener E-Motor, der Taycan hat also Allradantrieb. Die Steuerung des Systems übernimmt ein Hochleistungsrechner, der sich auch um die Hinterachslenkung oder die Luftfederung kümmert. Da E-Autos im Betrieb dazu neigen, hohe Temperaturen zu entwickeln, ist auch das Flüssigkeits-Kühlsystem aufwendig und in zahllosen Ingenieursstunden ausgeklügelt. Akku, Motoren und sonstige sensible Aggregate werden so vor Hitzeschäden bewahrt.

Bislang war es Porsche gelungen, die endgültige Formgebung des Taycan zu verschleiern, Versuchswagen waren mit aufgeklebten Auspuff- und Heckleuchten-Imitaten verunstaltet, der Arbeitsplatz der Testfahrer mit Sichtschutzfolien über dem Armaturenbrett unkenntlich gemacht.

Porsche Taycan: Autofahren in reiner Unschuld
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In einem schwarzen Provisorium gegenüber dem großen Hangar, in dem früher Militärflugzeuge mit Bomben vollgepackt wurden, war dann endlich Schluss mit aller Geheimhaltung. Ein schneeweißer, aber hüllenloser Taycan vor einem silbern glänzenden Solarfeld. Symbolik von Unschuld und Naturgewalt – so will Porsche sein erstes E-Auto verstanden wissen.

Blume: „100 Prozent elektrisch, 100 Prozent Porsche“

Der Taycan zeichnet noch deutlicher als der Panamera die Sportwagen-Silhouette des 911 nach, kein Zweifel an der Familienzugehörigkeit. Die flache Haube mit den beiden erhabenen Scheinwerfer-Tuben, das langgestreckte und nach hinten sanft abfallende Dach bis hin zum typischen Heck mit seinem durchgehenden Bremsleuchten-Band. Designer Michael Mauer beschwört: „Alles, was einen Porsche ausmacht, steckt auch im Taycan“. Und Vorstandschef Oliver Blume ergänzt: „100 Prozent elektrisch, 100 Prozent Porsche“.

Die Verantwortlichen eines Unternehmens, das seit 70 Jahren stets Sportwagen baut und auch bei den SUV-Modellen immer auf Leistung setzt, haben es besonders schwer. Sie müssen die betuchte Kundschaft von Porsche, zumeist eingefleischte Vollgas-Enthusiasten, vom Sinn der E-Mobilität überzeugen. Zwei Daten sind dabei sicher hilfreich: Beide Taycan-Modelle laufen locker 260 km/h und den Spurt auf 100 km/h erledigt das Top-Modell in 2,8 Sekunden.

Falls die Argumente nicht ziehen, könnte der Überzeugungstäter mit Porsche-Ausweis noch nachlegen: Aus dem Stand auf Tempo 200 vergehen im Taycan weniger als zehn Sekunden. Doch auch Porsche-Kunden wissen, dass solche Eskapaden mit dem Gaspedal in einem E-Auto teuer bezahlt werden müssen. Der nächste Stopp an der Ladesäule ist dann recht bald nötig. Um diese Physik-Gesetze kommt auch ein Porsche nicht herum.

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