Porsche Taycan: Saubere Kraft in schöner Form

„Turbo“ als Namenszusatz für den E-Motor

| Autor: sp-x

Der neue Porsche Taycan soll den Sportwagenbauer in die elektrische Zukunft führen.
Der neue Porsche Taycan soll den Sportwagenbauer in die elektrische Zukunft führen. (Bild: Porsche)

Deutschlands Antwort auf den Tesla ist sündhaft teuer und heißt Taycan. Porsche feiert die Weltpremiere seines ersten rein elektrischen Serienmodells, das nicht nur dem US-Außenseiter das Heck zeigen will. Das Top-Modell des Viertürers kommt gut 410 Kilometer weit und bietet mit seinen über 700 PS beeindruckende Fahrleistungen, die denen der bekannten Modelle vom 911 bis zum Panamera nicht nachstehen, sie teilweise sogar übertreffen. Die Preise beginnen bei über 150.000 Euro.

Einen ungewöhnlichen Ort für eine der wichtigsten Autopremieren der letzten Jahre hatten die Marketingstrategen gewählt. Der Flugplatz Neuhardenberg, gut 55 Kilometer östlich von Berlin, wurde in der NS-Zeit als geheimer Militärstützpunkt gebaut, später von der russischen Luftwaffe genutzt. Heute dürfen auf der 2,4 Kilometer langen Landebahn nur noch kleine Flugzeuge aufsetzen. Aber was hat das alles mit dem neuen Porsche Taycan zu tun? Mit dem Elektro-Wunder, das bis zu 560 kW/715 PS an alle vier Räder schickt, in bislang ungeahnt kurzer Zeit geladen werden kann und dessen Fahrleistungen echten Sportwagen aus Zuffenhausen durchaus Paroli bieten.

Porsche Taycan: Autofahren in reiner Unschuld

Die Verbindung zwischen Flugplatz und E-Auto besteht aus 600.000 Solarmodulen, die auf einem Teil des riesigen Geländes die Kraft der Sonne tanken und das Naturgeschenk pro Jahr in 140 Gigawattstunden elektrische Energie umwandeln, die für die Versorgung von 48.000 Haushalten reicht. Blitzsaubere Power, die eben auch in einem Hochleistungs-Stromer wie dem Taycan landen könnte. Daneben ein Speicherkraftwerk, das wie der Porsche auf Lithium-Ionen-Akkus setzt.

Topmodell für über 185.000 Euro

Tiefgründige Symbolik zur glanzvollen Weltpremiere, zur Geburt des Super-Stars der Frankfurter IAA. Dabei hatte Porsche stets sein Ziel im Blick, die alte, in Zeiten des Klimawandels problematische Welt der dröhnenden Verbrennungsmotoren mit blubberndem Sound beim Runterschalten mit der neuen, sauberen Welt der flüsternden Elektromobile zu versöhnen. Natürlich ist so ein Taycan keine Massenware, wie der viel kleinere ID3 der Konzernmutter Volkwagen. Der Überflieger mit Namen Taycan Turbo (500 kW/680 PS) kostet ab 152.136 Euro, das Topmodell „S“ mit 80 PS mehr kommt mit 185.456 Euro der 200.000er-Marke bedrohlich nahe, wird sie bei zusätzlichen Einkäufen in der dicken Preisliste locker überspringen.

Der Name „Turbo“ ist natürlich etwas albern, da ein E-Auto bekanntlich keinen solchen braucht. Aber die Marketing-Spezialisten wollen der angestammten Kundschaft wohl den Abschied so wenig schwer wie möglich machen. Frei nach dem Motto: „Ich fahre einen elektrischen Turbo“. Die Ferrari- oder Maserati-Fahrer im Golfklub werden auch weiterhin staunend lauschen. Die in Kürze erscheinenden Taycan-Versionen mit weniger Leistung tragen übrigens diesen Beinamen nicht. Diese Einstiegsversion könnte dann mit „nur“ fünfstelligen Preisen locken.

Teuerste Technik

Die für Normalverbraucher astronomischen Preise machen es möglich, dass teuerste Technik zum Einsatz kommt. Wie zum Beispiel das 800-Volt-Bordsystem, das mehr Leistung bietet, Gewicht spart und schnellere Ladezeiten ermöglicht. Üblich sind 400 Volt. Das Auffrischen auf 80 Prozent der Batterieladung dauert dann weniger als 23 Minuten. Mit einem Fünf-Minuten-Stromstoß können ungeduldige Taycan-Fahrer Saft für 100 weitere Kilometer „tanken“. Für all dies sind allerdings spezielle Ladesäulen nötig, das dazugehörige möglichst dichte Netz muss noch aufgebaut werden. Solange müssen die stolzen Erstkunden des Super-Stromers deutlich mehr Geduld an den Ladepausen aufbringen.

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