Potenzielle Autokäufer wollen viel Geld ausgeben

Autor: Andreas Grimm

Das Konsumklima in Deutschland ist gut, wovon laut einer Verbraucherstudie auch der Automarkt nachhaltig profitieren wird. Dabei bewegen sich die Kaufinteressenten gedanklich häufig in höheren Preisregionen.

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(Bild: Pro Motor)

Die Neuwagenzulassungen haben zuletzt kräftig angezogen, wozu nicht zuletzt der Privatmarkt beigetragen hat. Laut dem aktuellen Verbraucherindex der Creditplus-Bank wird diese Entwicklung weiter anhalten. Das Kaufklima der deutschen Verbraucher hat sich der Studie zufolge weiter verbessert. 17 Prozent der Befragten sind derzeit bereit, Geld auszugeben – und haben auch die finanziellen Ressourcen dazu. Vor einem halben Jahr waren nur 14 Prozent der Konsumenten dieser Gruppe zuzuordnen.

Allerdings haben die Deutschen viele Möglichkeiten, ihr Geld auszugeben. Hoch im Kurs stehen dabei für 35 Prozent neue Möbel, teure Reisen (28 %) oder auch Elektrogeräte (26 %). Doch auch mit einem neuen Auto – immerhin für viele die zweitteuerste Anschaffung nach einer Immobilie – beschäftigen sich immerhin noch 14 Prozent der Befragten. Nur jeder Hundertste spielt mit dem Gedanken eines Motorradkaufs.

Kreisen die Gedanken um die Anschaffung eines Autos, geht es für zwei Drittel der Befragten zunächst um eine Neuanschaffung. Die Absicht, einen Gebrauchtwagen zu erwerben, haben in der Gruppe der Autokaufwilligen nur 32 Prozent. Bei den Motorradinteressenten ist die Aufteilung ähnlich. Trotz der guten Konsumstimmung herrscht jedoch noch Realitätssinn unter den Konsumenten: Nur eine Minderheit würde sich für die Luxusausstattung eines Automodells entscheiden (Männer 29 Prozent, Frauen 19 Prozent).

Kein Luxus, aber teuer

Dessen ungeachtet sind die Autokaufwilligen bereit, für den Autokauf viel Geld hinzulegen. 58 Prozent der Befragten rechnen mit mindestens 12.500 Euro Anschaffungskosten. Davon ist jeweils rund ein Drittel bereits, zwischen 25.000 Euro bis 37.500 Euro beziehungsweise sogar über 37.500 Euro auszugeben.

Um bei den Interessenten letztlich zu einem Abschluss zu kommen, sind attraktive Finanzierungsangebote wichtig. Fast die Hälfte, nämlich 46 Prozent, kann sich vorstellen Anschaffungen über einen Kredit zu finanzieren. Die größte Bereitschaft zeigen dazu Konsumenten mit einem mittleren monatlichen Haushaltsnetto-Einkommen zwischen 1.500 und 3.500 Euro.

Dennoch könnte dem stationären Handel der Kunde durch die Lappen gehen. Auch die Creditplus-Umfrage macht deutlich, dass der Trend zum Internetkauf weitergeht. Nur eine kleine Minderheit von 5 Prozent lehnt jeglichen Online-Kauf noch ab. Allerdings ging die Umfrage nicht konkret auf die Bereitschaft ein, ein Auto online zu erwerben. Immerhin 53 Prozent gaben aber grundsätzlich an, auch hochpreisige Güter wie TV- und Hifi-Produkte, Handys, Kameras oder Computer im Onlineshop zu erwerben.

Für die Studie „Creditplus Verbraucherindex Frühjahr 2017“ hat das Marktforschungsinstitut Toluna im Januar und Februar 2017 2.000 Personen ab 14 Jahren online befragt. Die Studie gilt als repräsentativ.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«