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Presse: Renault will Luca de Meo zum Generaldirektor ernennen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Der französische Autobauer will nach einem Bericht der Tageszeitung „Le Figaro“ den früheren Seat-Vorstandschef Luca de Meo als neuen Generaldirektor ernennen. Gerüchte, dass er nach seinem Weggang vom VW-Konzern bei Renault aufschlagen könnte, gibt es schon länger.

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Luca de Meo
Luca de Meo
(Bild: Gomoll / Pressinform)

Der Verwaltungsrat von Renault will laut einem Zeitungsbericht den früheren Seat-Vorstandschef Luca de Meo als neuen Generaldirektor ernennen. Die Sitzung des Renault-Topgremiums sei bereits für den Dienstag, 28. Januar, geplant, berichtete die französische Tageszeitung „Le Figaro“. Renault reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf den Bericht.

Über den Wechsel des 52 Jahre alten Italieners zu Renault war in den vergangenen Wochen bereits häufiger spekuliert worden. De Meo war zu Monatsbeginn bei der Volkswagen-Tochter Seat zurückgetreten. Renault hatte Mitte Oktober vergangenen Jahres den bisherigen Generaldirektor Thierry Bolloré gefeuert, Interimschefin ist die Renault-Topmanagerin Clotilde Delbos.

Die Zeitung berichtete von harten Verhandlungen zwischen Volkswagen und Renault wegen des Managerwechsels. Wegen vertraglicher Regelungen mit seinem früheren Arbeitgeber sei es möglich, dass De Meo erst im Sommer in Frankreich antreten könnte.

Bolloré hatte bei Renault das operative Geschäft geführt. Nach der Verhaftung des Automanagers Carlos Ghosn in Japan im November 2018 war Renault in eine Führungskrise geraten. Der Hersteller will nun vor allem das Bündnis mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi neu beleben - die Allianz hatte erheblich unter den Turbulenzen gelitten.

Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden. Er wurde seither mehrmals wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam dann erneut auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Der einst schillernde Topmanager mit libanesischen und brasilianischen Wurzeln war unter bisher nicht ganz geklärten Umständen kurz vor dem Jahreswechsel aus Japan geflohen und hält sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf.

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