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Proace-Rückruf: Toyota-Transporter mit langer Problemliste

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Grimm

Auf die Toyota-Werkstätten wartet viel Arbeit. Der Toyota Proace ab dem Jahrgang 2016 kann eine Fülle von technischen Problemen haben – von einer kaputten Kraftstoffleitung bis hin zum Gurtversagen. Welche Probleme tatsächlich vorliegen, muss sich im Einzelfall zeigen.

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Einige zehntausend Proace-Modelle ab Jahrgang 2016 müssen in die Werkstätten.
Einige zehntausend Proace-Modelle ab Jahrgang 2016 müssen in die Werkstätten.
(Bild: Toyota)

Unter dem Aktionscode „19SMD-122“ geht Toyota in Europa gleich sechs Probleme beim Transporter Proace an. Wie ein Sprecher der Toyota Deutschland GmbH bestätigte, sind von den 78.000 betroffenen Fahrzeugen 12.113 in Deutschland registriert. Sie liefen zwischen März 2016 und Oktober 2019 vom Band. „Nicht jedes Fahrzeug ist von allen Problemstellungen betroffen“, betonte er.

Zwei Maßnahmen behandeln die Bremsanlage. Die Feststellbremse wurde eventuell mit einer Welle außerhalb der Spezifikation hergestellt und funktioniert daher nicht wie vorgesehen. Zudem könnte die hintere Bremsleitung an einer Halteklammer scheuern und dadurch Bremsflüssigkeit austreten. Undicht könnte auch die Kraftstoffleitung werden, wenn sie durch Reibung am Harnstofftank beschädigt wird.

Zwei Punkte auf der To-Do-Liste der Werkstatt drehen sich um die Verschraubung der Sicherheitsgurte und/oder der Massekabel. Sollte die während der Produktion bzw. bei Reparaturaktivitäten im Werk nicht korrekt durchgeführt worden sein, sei die Funktion des Sicherheitsgurtes im Falle eines Unfalls nicht gewährleistet, sagte der Sprecher. Wie er weiter erklärte, besteht ferner die Möglichkeit, dass Wasser durch die Paneele im vorderen linken und rechten Radlaufbereich in die Kabine eindringt. „Infolgedessen könnte Wasser einige elektrische Komponenten wie das Airbagmodul erreichen“.

Alle Abhilfemaßnahmen sehen die Erneuerung der betroffenen Bauteile vor. Bei letztgenannter Aufgabe kann dies bis zu sechs Stunden dauern. Für die anderen Arbeitsschritte sind jeweils zwischen einer halben und zwei Stunden eingeplant. Der Rückruf soll im Laufe des ersten Quartals starten. Zu den Schwestermodellen von Citroën und Peugeot liegen noch keine entsprechenden Einträge beim Kraftfahrt-Bundesamt vor.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist