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Prognose: Euro-6d-Diesel werden zu Restwertriesen

| Autor: Christoph Seyerlein

Selbstzünder sind aktuell wenig gefragt. Das könnte in einigen Jahren für hohe Restwerte bei Euro-6d-Dieseln sorgen. „Focus Online“ und „Bähr & Fess Forecasts“ prognostizieren zudem, welche heutigen Autos 2022 am besten dastehen werden.

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(Bild: Nick Dimbleby)

Aktuell bekommen Händler gebrauchte Diesel kaum vom Hof, die Restwerte befinden sich seit Monaten auf Talfahrt. Auch als Neuwagen sind Selbstzünder wenig gefragt. Glaubt man der aktuellen Restwertriesen-Studie von „Focus Online“ und „Bähr & Fess Forecasts“ wird letzterer Effekt dazu beitragen, dass Euro-6d-Temp-Diesel in fünf Jahren mit relativ geringen Wertverlusten aufwarten können.

Die Studienautoren begründen diese Annahme damit, dass dem Gebrauchtwagenmarkt aufgrund der Diesel-Krise eine „Benziner-Schwemme“ bevorstehe. Schließlich sinkt der Marktanteil der Selbstzünder in der KBA-Statistik seit Monaten immer weiter.

Dieter Fess von Bähr & Fess meint deshalb: „Für die Wiederverkäuflichkeit eines heute modernen Diesels könnte diese Entwicklung sogar einen Vorteil darstellen, da ein Rückgang des Dieselangebots dazu beitragen kann, die zukünftigen Restwerte zu stabilisieren.“

In ihrer Studie prognostizieren die Autoren auch, welche heute neuen Autos im Jahr 2022 mit den höchsten Restwerten aufwarten werden können. Dabei gab es einen Wechsel an der Spitze: Lag bei der vorherigen Auswertung noch der Porsche Macan ganz vorne, sicherte sich nun der Mini Countryman den Sieg.

Dem Briten sagen die Experten voraus, dass er 2022 noch 60 Prozent vom Neupreis wert sein wird. Damit setzte er sich knapp vor dem Macan und dem Range Rover Evoque (jeweils 59,5 %) durch. Alle Segmentsieger der aktuellen Restwertriesen-Studie zeigt folgende Bildergalerie:

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In ihre Restwertprognosen lassen die Analysten verschiedene Faktoren einfließen. Im Wesentlichen sei der Wertverlust abhängig von der Fahrzeugklasse, dem Image des Herstellers, dem Zustand des Autos im Vergleich zum Alter (Laufleistung, technischer Zustand, Pflegezustand, Zubehör, etc.) und von der Marktgängigkeit. Daneben beachten die Studienautoren auch aktuelle Entwicklungen in der Autobranche, so zum Beispiel in diesem Jahr die Abgas-Affäre rund um VW. Auch die Wirtschaftslage spielt eine Rolle bei der Preisermittlung.

Keine Auswirkung auf die Ergebnisse hat dagegen die Sonderausstattung der Autos. „Zwar entspricht dies nicht der Realität, ist aber ein probates Mittel, um Daten zu erhalten, die sich fair vergleichen lassen“, heißt es dazu bei „Focus Online“.

Als Datenbasis für ihre Einschätzungen nutzt „Bähr & Fess“ zudem alle am Markt verfügbaren Gebrauchtwagenwerte, das Preisniveau in Gebrauchtwagenbörsen sowie insbesondere die Auswertung zahlreicher Portfolioanalysen. Diese greifen auf Ergebnisse aus der Bewertung von Großfuhrparks zurück.

Diese Diesel erfüllen bereits die Euro-6d-Temp-Norm
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