PSA-Gruppe bekommt Gegenwind

Autor: Christoph Baeuchle

Die Wirtschaft verliert an Fahrt, das bekommt die Automobilindustrie zu spüren. Im ersten Quartal verbuchte die PSA-Gruppe bei Absatz und Umsatz rückläufige Zahlen. Ohne Opel würde es wohl noch deutlich schlechter aussehen.

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(Foto: PSA)

Für die PSA-Gruppe wird das Geschäft schwieriger. Im ersten Quartal hat sich die Entwicklung eingetrübt. Der französische Konzern musste einen Absatz- und Umsatzrückgang hinnehmen. Dazu haben vor allem die Kernmarken – Peugeot und Citroën – beigetragen.

 

Von Januar bis März 2019 erzielte der Konzern Erlöse von rund 18 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dazu hat das Automobilgeschäft 14,2 Milliarden Euro (–1,8 %) beigetragen.

Während sich Produktmix (+2,3 %) und Preis (+1,3 %) gut entwickelt haben, gaben die Verkäufe zum Teil deutlich nach. Insgesamt verkaufte die Gruppe in den ersten drei Monaten 886.000 Fahrzeuge, knapp 16 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018. Hätte Opel/Vauxhall nicht auf 285.000 Fahrzeuge (+3,9 %) zugelegt, würde das Ergebnis für die französischen Kernmarken noch deutlich schlechter aussehen.

Die Verkäufe aller drei französischen Fabrikate waren deutlich im Minus. Citroën (–5,9 %) schnitt noch am besten ab, gefolgt von DS Automobiles (–17,7 %) und Peugeot (–31,2 %). Zum Absatzeinbruch der Löwenmarke haben die Sanktionen gegen den Iran spürbar beigetragen. Doch das allein reicht nicht als Begründung: Auch ohne die Region Naher Osten/Afrika liegt die Marke mit 13 Prozent deutlich im Minus.

Immerhin verbucht der Konzern in Europa, wo das Unternehmen 88 Prozent seiner Fahrzeuge verkauft, ein leichtes Plus: Der Absatz stieg um 1,6 Prozent auf knapp 784.000 Einheiten. Opel/Vauxhall (+5,5 %) und Citroën (+4,5 %) konnten die Rückgänge von Peugeot (–2,9 %) und DS Automobiles (–18,8 %) mehr als ausgleichen.

Auch in Deutschland präsentierten sich die Marken von Januar bis März uneinheitlich: Während Citroën (+4,7 %) zulegte, waren Peugeot (–1,1 %), Opel (–2,3 %) und DS Automobiles (–36,1 %) zum Teil deutlich im Minus.

Dagegen sind die weltweiten Lagerbestände des Konzerns erneut angestiegen: Insgesamt hatten der Hersteller und seine Partner Ende März 716.000 Einheiten im Lager, im Jahresvergleich ein Plus von rund fünf Prozent. Vor allem auf den Händlerhöfen wird es voller: Hier stehen 449.000 Fahrzeuge, zehn Prozent mehr als Ende März 2018.

Den operativen Ausblick hat der Konzern beibehalten: Die durchschnittliche wiederkehrende operative Marge im Automobilgeschäft soll in den Jahren 2019 bis 2021 über 4,5 Prozent liegen. Für Europa rechnet der Hersteller nach wie vor mit einem stabilen Markt.

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 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände