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PSA-Kernmarken kämpfen mit rückläufigem Absatz

| Autor: Christoph Baeuchle

Nur aufgrund des zugekauften Opel-Volumens kann die PSA-Gruppe auf dem Papier mit knapp 3,9 Millionen Fahrzeugen einen neuen Höchststand beim Jahresabsatz 2018 erzielen. Die Verkaufszahlen der Kernmarken waren zum Teil stark rückläufig. Vor allem Peugeot hat zu kämpfen.

(Foto: PSA Deutschland)

Mit einem rechnerischen Absatzplus von 6,8 Prozent auf 3,9 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Jahr 2018 verzeichnet die PSA-Gruppe zwar einen neuen Höchststand, doch die Zahlen des französischen Herstellers sind alles andere als gut: Peugeot steckt tief in den roten Zahlen (-17,9 %), Citroën (-0,9 %) und DS Automobiles (+0,8 %) können trotz neuer SUV-Modelle allenfalls ihr Absatzniveau halten.

Nur dank des Opel-Zukaufs ist die Gruppe 2018 gewachsen. Der Rüsselsheimer Hersteller steuerte 2018 rund 1,04 Millionen Pkws und leichte Nutzfahrzeuge zur Gesamtstatistik bei – allerdings ist auch bei Opel der Verkauf rückläufig. Im Vorjahr hatte Opel/Vauxhall weltweit noch rund 60.000 Einheiten mehr abgesetzt.

Bei Peugeot ist bei den meisten Modellen ein zweistelliges Minus auszumachen: Das gilt für den im vergangenen Jahr überarbeiteten 508 (- 27,9 %) ebenso wie für den 2017 auf den Markt gebrachten 308 (-13,5 %). Lediglich mit den SUV-Modellen 5008 (+ 27 %) und 3008 (+17,1 %) sowie mit Nutzfahrzeugen konnte die Marke größere Zuwächse erzielen.

Bei Citroën sieht es etwas besser aus. Dank der SUV-Offensive konnte die Marke mit dem Doppelwinkel ihr Vorjahresniveau mit 1,05 Millionen verkauften Pkws und leichten Nutzfahrzeugen fast halten (-0,9 %). Dazu hat vor allem das neu eingeführte Kompakt-SUV C3 Aircross mit knapp 123.000 Einheiten beigetragen. Der C4 Cactus (+33,2 %) und der C5 Aircross (+31,4 %) sowie einige Nutzfahrzeuge waren ebenfalls im Plus, der Rest zum Teil sehr tief in den roten Zahlen.

Auch beim Citroën-Ableger DS Automobiles fehlt es deutlich im Schwung: Mit der Einführung des DS7 Crossback ist die Marke im vergangenen Jahr quasi in ihre Selbstständigkeit gestartet. Mit knapp 28.000 Einheiten hat das neue SUV mehr als die Hälfte zum Gesamtabsatz von rund 53.300 Pkws beigetragen. Der Absatz aller anderen Modelle war zwischen 44,1 Prozent und 79,9 Prozent rückläufig.

Dazu hat vor allem die Entwicklung in China beigetragen. Zwar war der Gesamtmarkt in China im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Aber Peugeot (-42,4 %), Citroën (-13,2 %) und DS Automobiles (-33,7 %) sind in der Region (China/Süd-Ost-Asien) quasi im freien Fall.

Einzig Europa ist für die PSA-Gruppe weiter eine feste Bank: Alle drei Kernmarken waren deutlich im einstelligen Plus. Sie verkauften drei von vier Fahrzeugen, insgesamt 2,1 Millionen Einheiten (+5 %), in der Heimatregion. Zählt man Opel hinzu, setzt die Gruppe nur jedes fünfte Fahrzeug jenseits des Heimatmarktes ab. Damit steigt die Abhängigkeit von Europa wieder, von der sich die Gruppe einst lösen wollte.

Auch für den deutschen Markt ist ein genauerer Blick auf die Zahlen notwendig: Mit knapp 79.900 Pkws und leichten Nutzfahrzeugen ging der Peugeot-Absatz um rund 2,3 Prozent zurück. Allerdings hatte die Löwenmarke im Jahr zuvor den Direktdeal mit Sixt und 1&1, der insgesamt für ein fünfstelliges Absatzvolumen sorgte. Entsprechend sind die Peugeot-Partner im Plus: Laut Importeur stieg hier der Absatz um 18 Prozent.

Im Plus sind Citroën und DS Automobiles: Die Muttermarke erzielte eine Steigerung um 4 Prozent auf 66.700 Pkws und leichte Nutzfahrzeuge. Die neue Premiummarke DS legte um knapp 13 Prozent auf exakt 3.732 Neuzulassungen zu.

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