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PSA Österreich: Händler nerven schnelle Personalwechsel

| Autor: Christoph Baeuchle

Die PSA-Gruppe in Österreich und der Schweiz hat schon wieder einen neuen Chef: Opel-Manager Ian Hucker führt künftig den Importeur. Gleichzeitig lastet ein schwerer Erfolgsdruck auf dem Handel – den selbst die Niederlassungen nicht erfüllen.

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(Foto: PSA)

Erneut hat die PSA-Gruppe in Österreich und der Schweiz den Chefposten neu besetzt: Künftig übernimmt Opel-Mann Ian Hucker die Aufgabe. Der 48-Jährige hat seine berufliche Karriere seit 1992 bei Opel verbracht und beim Rüsselsheimer Autobauer verschiedene Führungspositionen im In- und Ausland besetzt.

Hucker folgt Mathias Gabler nach, der nach nur einem halben Jahr den Posten räumt. Laut Importeur kehre Gabler aus familiären Gründen in die Schweiz zurück und verlasse die PSA-Gruppe. Im Juni 2017 hatte Gabler seinen Vorgänger Olivier Gandolfo abgelöst. Gandolfo kam im April 2016 und blieb etwa ein starkes Jahr am Steuer. In dieser Zeit stellte er den Importeur auf neue Beine und baute jede fünfte Stelle ab.

Bei den Händlern kommen die schnellen Wechsel erwartungsgemäß nicht gut an. „Die Stimmung im Konzern passt nicht“, heißt es aus österreichischen Händlerkreisen. Kontinuität sehe anders aus.

Das bekommen auch die Partner zu spüren. „Der Druck auf die Vertriebsnetze ist sehr groß“, berichtet Bernhard Kalcher, Präsident des österreichischen Peugeot-Partnerverbandes. Er sei in den vergangenen Monaten weiter gewachsen. Das zeigt sich auch in den Zahlen. Ende vergangenen Jahres war das Peugeot-Netz rund 15 Prozent kleiner als zwölf Monate zuvor. Sechs Partner schieden 2017 aus, so dass es noch 38 Peugeot-Händler gibt.

Führungswechsel im defizitären Niederlassungsnetz

Der Wechsel an der Spitze war nicht die einzige Veränderung beim Importeur in den deutschsprachigen Alpenländern. Bereits einige Wochen zuvor schob die PSA-Gruppe das Personalkarussell an: Sebastian Haböck ist seither für das PSA-Niederlassungsnetz verantwortlich. Mit rund 450 Mitarbeitern vertreiben die Franzosen nicht nur die eigenen Marken, sondern auch Suzuki und Hyundai.

Haböck folgt auf Ludovic Dirand, der „sich entschieden hat, neue Wege außerhalb der PSA-Gruppe zu gehen“. Dirand kam erst sechs Monate zuvor von PGA Motors Belgien und übernahm damals die Aufgaben von Mathias Gabler. Ein Grund für den erneuten Wechsel an der Spitze der PSA-Niederlassungen könnte die Bilanz sein: Das Netz hat tiefrote Zahlen in den vergangenen Monaten geliefert. Aus Händlerkreisen ist zu hören, dass der Verlust der Niederlassungen im vergangenen Jahr rund 774.000 Euro betrug. Bestätigt werden konnte dies nicht: PSA Österreich wollte sich nicht dazu äußern und in den Niederlassungen war kein Ansprechpartner zu erreichen.

Haböcks alte Position besetzt PSA gleich mit zwei neuen Managern: Silvia Rieger ist für die Marke Peugeot in Österreich verantwortlich und Martin Riha übernimmt die Direktion B2B und Gebrauchtwagen.

Auch aus der deutschen PSA Gruppe erhalten die Alpenländer Verstärkung: Joel Gorin, der in den vergangenen Jahren das PSA-Retailnetz in Deutschland neu strukturiert hat, ist künftig für den Bereich Teile und Services in Österreich und der Schweiz verantwortlich.

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