PSA Retail erprobt digitale Teilprozesse im GW-Verkauf

Autor: Jens Rehberg

Die Niederlassungen des PSA-Konzerns forcieren in der Corona-Krise die Digitalisierung der so genannten Customer Journey im Gebrauchtwagenverkauf. Einige Bausteine bewähren sich offenbar gut.

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(Bild: PSA)

Als Reaktion auf das stärker werdende User-Interesse am Online-Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen – nicht zuletzt bedingt durch die Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie – treibt der PSA-Werksvertrieb die Digitalisierung der entsprechenden Teilprozesse voran. Derzeit werden in den einzelnen europäischen Märkten verschiedene Konzepte getestet, um sie dann gegebenenfalls auf das gesamt PSA-Retail-Netz auszurollen.

Wie PSA Deutschland am Mittwoch mitteilte, hat sich insbesondere die Online-Reservierung von gebrauchten Bestandsfahrzeugen zuletzt als vielversprechendes Tool erwiesen. So wurden auf der Homepage der britischen Niederlassung Robins & Day im Juni von Online-Kunden rund 1.000 Reservierungen getätigt – sieben Mal mehr als noch vor der Ausweitung der Corona-Krise. Hierbei schätzten die User laut PSA vor allem die Möglichkeit, ihr Wunschauto außerhalb der Autohaus-Öffnungszeiten blockieren zu können.

Kunden schätzen Benutzerfreundlichkeit der Anwendung

Zudem habe sich zusätzlich zur 360-Grad-Fotopräsentation die Videopräsentation des GW-Bestands in den großen europäischen Märkten bewährt und soll nun bis Ende des Jahres auch in kleineren Märkten wie Österreich oder Polen eingeführt werden.

Des Weiteren testet PSA Retail in Marseille ein Konzept zur Schätzung des Wertes von Kundenfahrzeugen aus der Ferne: Mit nur einem Klick erhalte der Kunde Zugang zu einer Plattform für die Angebotserstellung, ohne dabei eine Anwendung herunterladen zu müssen. Dort werde der User angeleitet, Fotos von seinem Fahrzeug zu machen sowie alle für die Bewertung notwendigen Informationen auf der Plattform hochzuladen. Die Kunden schätzen offenbar sowohl die Benutzerfreundlichkeit der Anwendung als auch die Tatsache, dass sie innerhalb kürzester Zeit kontaktiert wurden, um ein zuverlässiges Angebot für die Inzahlungnahme zu erhalten.

Test des Videodialogs über Whatsapp

In Deutschland und Frankreich wird derzeit der Videodialog zwischen Kunden und Verkaufsberatern über Whatsapp getestet. Zudem soll es ab Oktober für die Kunden europaweit möglich sein, alle Schritte im Zusammenhang mit der Finanzierung ihres Wunsch-Gebrauchtwagens auf den Online-Seiten der PSA-Niederlassungen durchführen zu können. Für einen vollständigen Online-Kaufprozess, also eine Vorfinanzierungsvereinbarung und den späteren Online-Kauf, wird derzeit eine neue Bezahlplattform implementiert.

Schließlich hat PSA Retail offenbar – unter anderem in Deutschland und Frankreich – gute Erfahrungen mit der Lieferung der Fahrzeuge bis vor die Haustüre der Kunden gemacht. Die Fahrzeugübergabe am Wohnort des Kunden soll ebenfalls in Kürze in allen europäischen Märkten praktiziert werden.

Auf die Frage, ob der Hersteller anstrebe, die genannten digitalen Konzepte auch in den Netzen der PSA-Vertriebspartner auszurollen, antwortete ein Unternehmenssprecher am Donnerstag: „Die genannten Konzepte werden gegenwärtig vor allem von PSA Retail entwickelt und vorangetrieben.“

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Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«