PSA Retail setzt Citroën in Köln vor die Tür

Niederlassung will künftig in Köln Opel verkaufen

| Autor: Christoph Baeuchle

(Foto: PSA)

PSA Retail, das Niederlassungsnetz des französischen Autobauers, greift durch: Mitte des Jahres will die Niederlassung Köln die Marke Citroën vor die Tür setzen. Das sagten mehrere PSA-Händler unabhängig voneinander gegenüber »kfz-betrieb«. Der angebliche Grund: Mit Citroën kann die Niederlassung nicht die erwünschte Rentabilität erwirtschaften.

Änderungen für die Kölner Niederlassung bestätigt der französische Importeur. „Wir sind derzeit in Überlegungen, haben aber noch keine definitive Entscheidung getroffen“, sagte eine PSA-Sprecherin auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Dabei zeichnet sich ab, dass PSA Retail künftig auch Opel anbietet. Zumindest in Köln. Die Konsequenz: Citroën wird künftig nicht mehr in der Niederlassung verkauft.

„Wir sind für die Marke Citroën mit Investoren im Gespräch, da wir hier ein großes Potenzial sehen“, so die Sprecherin weiter. „Für Citroën-Kunden ändert sich nichts. Die Niederlassung wird auch künftig einen Citroën-Service anbieten.“

Das Vorgehen ist nicht nur aufgrund der möglicherweise fehlenden Rentabilität brisant, die ja das gesamte Netz zu spüren bekommt: Seit 1927 hat Citroën in Köln seine deutsche Heimat gefunden und in diesem Jahr feiert die Marke ihr 100-jähriges Bestehen.

Laut Händlern muss die Kernmarke der neuen Konzernschwester weichen. Demnach will PSA in Köln künftig Opel verkaufen. Die Niederlassung in der Domstadt hat insgesamt fünf Standorte. In drei Betrieben in Köln und Bonn verkauft das Unternehmen derzeit Neuwagen der Marke Citroën.

PSA zeigt sich konsequenter als bisher

„Die fehlende Rentabilität bekommt nicht nur die Niederlassung zu spüren“, sagte ein Citroën- Partner, der nicht genannt werden will, gegenüber »kfz-betrieb«. Was man bei PSA Retail erkannt hat, scheint bei Citroën noch nicht angekommen zu sein. Denn statt auf die Partner zuzugehen, drehe die französische Marke derzeit die Daumenschrauben noch enger.

Die Strategie von PSA Retail ist nicht neu, die konsequente Umsetzung in dieser Form schon. Nach der Neuaufstellung des eigenen Niederlassungsnetzes hat der damalige Retail-Chef, Jean Philippe Imparato, klare Vorgaben gemacht: „Für uns ist entscheidend, dass alle Niederlassungen Geld verdienen. Künftig wird kein Standort den Verlust eines anderen ausgleichen“, sagte er damals gegenüber »kfz-betrieb« (Ausgabe 20/2016).

Entsprechend hat sich das Niederlassungsnetz in den vergangenen Jahren aufgestellt. Zahlreiche Standorte wurden verkauft oder zusammengelegt. Ziel ist, eine der führenden, unabhängigen Handelsgruppen zu werden, die eng mit der PSA-Groupe verbunden ist.

Für Imparato sind drei Faktoren entscheidend: „Wir wollen autonom agieren, einen Mehrmarkenhandel aufbauen und profitabel sein. Auf dieser Grundlage haben wir uns entsprechende Ziele gesetzt.“

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