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PSA schafft gemeinsame Netzentwicklung mit Opel

| Autor: Christoph Baeuchle

Der Personalaustausch zwischen PSA und Opel läuft bereits seit Monaten. Erstmals hat das Unternehmen nun eine gemeinsame Stelle geschaffen: Jens Nagl ist für die Netzentwicklung bei Opel und jetzt auch bei den PSA-Marken zuständig.

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Jens Nagl ist sowohl bei Opel als auch bei den PSA-Marken für die Netzentwicklung in Deutschland zuständig.
Jens Nagl ist sowohl bei Opel als auch bei den PSA-Marken für die Netzentwicklung in Deutschland zuständig.
(Bild: PSA/Liebschner)

PSA Deutschland hat einen neuen Händlernetzentwickler für seine Marken Peugeot, Citroën und DS Automobiles: Jens Nagl, der in gleicher Funktion bei der Schwesternmarke Opel für den deutschen Markt zuständig ist, übernimmt die Aufgabe. Er ist künftig in Personalunion für die Netz-Entwicklung aller PSA-Marken in Deutschland zuständig.

Nagl verantwortet seit 2011 die Weiterentwicklung des Opel-Handelsnetzes in Deutschland. Zuvor war der 46-Jährige seit 2006 als Head of European Dealer Development Hyundai Motors in vergleichbarer verantwortlicher Position tätig. Im Opel-Netz hört man auch skeptische Worte über Nagl – ihm fehle zum Teil der Praxis-Bezug.

In seiner neuen Doppelfunktion berichtet Nagl an PSA-Deutschland-Chef Rasmus Reuter und an Jürgen Keller, der bei Opel für den Vertrieb in Deutschland verantwortlich ist.

Nach der Opel-Übernahme trifft die PSA-Gruppe damit weitere Maßnahmen zur Verschmelzung der beiden Unternehmen. Mit Nagls neuer Doppelfunktion als Netzentwickler für alle vier Marken führt der Konzern seine Vertriebsnetze in Deutschland enger zusammen. Das verwundert kaum.

„Es ist ein weiterer Schritt, den PSA konsequent geht, um die Gruppe auch in Deutschland synergetisch aufzustellen“, betont Stephan Lützenkirchen, der bei PSA Deutschland für die Kommunikation verantwortlich ist. „Am Ende gibt dies auf jeden Fall Mehrwerte.“

Der Schritt dürfte in erster Linie im Backoffice zu Einsparungen führen, in zweiter Linie in den Händlernetzen. Bei mehreren Marken in einem Konzern sei es aus seiner Sicht sinnvoll, wenn die Netzentwicklung von einer gemeinsamen Stelle geführt werde, sagte Thomas Kramer, Präsident des Citroën- und DS-Händlerverbands. Es sei erklärtes Ziel, die Open Points der jeweiligen Netze mit Händlern aus den jeweils anderen Netzen zu schließen. Dies hat der Konzern in den vergangenen Monaten bereits erfolgreich praktiziert.

Aus Händlerkreisen sind jedoch auch skeptische Stimmen zu hören. PSA werde die Netze seiner Kernmarken und von Opel „übereinanderlegen“ und die jeweils stärksten Partner heraussuchen, zeigt ein PSA-Partner, der seinen Namen lieber nicht lesen will, ein Szenario auf. In der Folge wäre eine gewisse Ausdünnung der Netze denkbar. Und fügt hinzu: „Aus Konzernsicht ist dies ein durchaus verständliches Vorgehen.“

Die Opel-Händler warten derzeit auf ihre neuen Verträge. Die Verhandlungen zwischen Hersteller und Verbänden laufen.

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