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PSA will den Astra bei hartem Brexit aus England abziehen

| Autor: Jens Rehberg

Carlos Tavares hat seine Ankündigung bekräftigt, den Astra aus der Produktion bei Liverpool herauszuholen, sollte der Brexit die dortige Fertigung defizitär werden lassen.

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Brot-und-Butter-Opel: Der Astra
Brot-und-Butter-Opel: Der Astra
(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Der Vauxhall-Eigner PSA will die Fertigung in Ellesmere Port bei Liverpool einstellen, sollte der kommende Brexit die dortige Produktion unprofitabel machen. Konzernchef Carlos Tavares sagte der Financial Times, man werde den neuen Opel/Vauxhall Astra an ein südeuropäisches Werk geben, sollte Großbritannien kein annehmbares EU-Austrittsabkommen erreichen.

In Ellesmere Port arbeiten derzeit über 1.000 Beschäftigte. Würde die dortige Produktion geschlossen, bliebe Vauxhall lediglich das Transporter-Werk in Luton.

Wörtlich sagte Tavares der britischen Zeitung: „Ich würde ihn [den Astra] lieber an Ellesmere Port geben, aber wenn die Konditionen schlecht sind und ich das nicht profitabel machen kann, dann muss ich das Gesamtunternehmen schützen und ich kann es nicht tun.“ Und weiter: „Wir brauchen Transparenz darüber, was beim Zoll mit den Teilen passiert, die vom Kontinent oder dem Rest der Welt kommen, und wir brauchen Transparenz beim Zoll im Hinblick auf die Autos, die aus Großbritannien ausgeführt werden. Das ist alles, was wir brauchen – um den Rest kümmern wir uns selber.“

Mit der Ankündigung reagierte PSA auf eine Warnung der britischen Autohandelskammer an Premierminister Boris Johnson, wonach ein No-Deal-Brexit eine „existenzielle Bedrohung“ für die britische Autoindustrie darstelle.

Johnson macht beim Brexit Tempo

Bereits im Juni ließ PSA verlauten, dass die neue Generation des Opel-Bestsellers nur dann in Cheshire gebaut werde, wenn es Großbritannien gelänge, einen harten Brexit zu vermeiden.

Mehrere britische Kabinettsmitglieder hatten in der vergangenen Woche gesagt, Boris Johnson würde im Eiltempo Vorbereitungen treffen, die EU zum 31. Oktober ohne eine Vereinbarung zu verlassen. Ein solcher Vorgang würde unmittelbar Kontrollen und Zölle für den Warentransfer zwischen der Insel und der Europäischen Union auslösen.

Auch andere Hersteller haben sich bereits besorgt über die in Großbritannien herrschende Unsicherheit geäußert. Vor einigen Monaten hatte beispielsweise Nissan entschieden, den kommenden X-Trail in Japan statt in Sunderland zu bauen.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«