Qualität statt Preisdumping

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Immer mehr Werkstätten bieten einzelne Serviceleistungen zu Dumpingpreisen. „Der falsche Weg!“, stellt Joachim Czychy, Obermeister der Kfz-Innung im Kreis Harburg, klar. Er will dem Trend entgegenwirken.

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Joachim Czychy, Obermeister der Kfz-Innung im Kreis Harburg.
Joachim Czychy, Obermeister der Kfz-Innung im Kreis Harburg.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Qualität muss sich auszahlen, auch im Preis. Aggressiven Dumpingangeboten hat Obermeister Joachim Czychy bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Kreis Harburg eine klare Absage erteilt. Aus seiner Sicht hat die Zahl der Betriebe, die nur einzelne „ausgesuchte“ Arbeiten erledigen, deutlich zugenommen.

Diese Werkstätten würden keine Spezialaufgaben erfüllen, für die ein besonderes Know-how notwendig wäre, stellte der Obermeister fest. Durch den Fokus auf einzelne Tätigkeiten, könnten die Betriebe preisaggressiv vorgehen. Denn sie sind schlank aufgestellt mit streng durchgeplanten Abläufen. Weil sie weder in Spezialwerkzeuge noch in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter investieren müssen, haben sie nur geringe Kosten. Aufwendigere Arbeiten, für die eine Fehlersuche notwendig ist, lehnen die Werkstätten häufig ab.

„Wir müssen diesem Trend entgegenwirken“, betonte Czychy. Sonst würden die Betriebe mit Vollausstattung immer mehr Aufträge verlieren.

Im Service ist der Umsatz der Werkstätten im vergangenen Jahr im Kreis Harburg laut Czychy um vier Prozent gestiegen. Damit ist dieser Bereich auch weiterhin ein wichtiges Standbein für die Betriebe. „Die Betriebe im Landkreis Harburg haben ein hervorragendes Jahr 2018 hinter sich“, resümiert der Obermeister.

Der zunehmende Wettbewerb mit aggressiven Preisangeboten ist nach Einschätzung Czychys nicht die einzige Herausforderung für die Autohäuser und Werkstätten im Hamburger Umland. Für viele Kfz-Betriebe wird es schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden. Die Industrie locke zahlreiche Mitarbeiter mit finanziell attraktiven Stellenangeboten weg. Es fehle dem einen oder anderen an Loyalität zu seinem Arbeitgeber.

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