Rangierwagenheber-Test Von stabil bis stark verformt – nur ein Heber ist „gut“

Von Peter Diehl

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KÜS und „Auto Bild“ testen regelmäßig Reinigungs- und Pflegeprodukte sowie Werkstattausrüstung. Diesmal standen Rangierwagenheber auf dem Prüfprogramm. Das Ergebnis ist verheerend. Stichworte: Ölverluste, unpräzise Sicherheitsventile und verformte Chassis.

Test des Sicherheitsventils eines Rangierwagenhebers auf der 20-Tonnen-Presse.
Test des Sicherheitsventils eines Rangierwagenhebers auf der 20-Tonnen-Presse.
(Bild: KÜS)

Wer die Nennlasten und Preise der getesteten Rangierwagenheber betrachtet, kommt zu dem Schluss, dass diese zumindest teilweise auf den Hobby- statt auf den Profibereich abzielen. Weil solche Heber mitunter auch in Werkstätten zum Einsatz kommen, soll das Testergebnis dennoch näher beleuchtet werden. Die Ergebnis-Übersicht finden Sie am Ende des Beitrags.

Von der Prüforganisation KÜS und der Publikumszeitschrift „Auto Bild“ getestet wurden neun über das Internet gekaufte Rangierwagenheber mit den Nennlasten 2,0, 2,5 oder 2,7 Tonnen und im Preisbereich zwischen knapp 50 und knapp 450 Euro. Es ging um Betriebsanleitung, Handhabung, Ausstattung, Verarbeitung sowie um minimale und maximale Hubhöhen.

Der Testsieger ist diesmal zugleich der Preis-Leistungs-Sieger, nämlich der Heber 03276 des österreichischen Anbieters Erba, der 165 Euro kostet. Die KÜS urteilt: „Er zeichnet sich durch eine gut dosierbare Hydraulik aus und lässt sich widerstandsarm bewegen. Sein Sicherheitsventil löst präzise in Höhe der Maximallast von 2,5 Tonnen aus. Nach dem Test sind keinerlei Schäden am Heber feststellbar.“

Stark verformtes Chassis beim Heber von KS-Tools

Von den acht weiteren Rangierwagenhebern erreichten fünf die Note „befriedigend“ und zwei „ausreichend“. Ein Heber fiel mit der Note „mangelhaft“ durch. Das Urteil der Prüforganisation lautet: „Mit Abstand schlechtester Wagenheber im Test ist der KS-Tools 161-0365 Slim Power (159 Euro). Sein Sicherheitsventil löst erst sehr spät aus, und das Aluchassis hält dem Belastungstest nicht stand. Es verformt sich so stark, dass der Hubarm nicht mehr in die Ruheposition zurückgleitet. Somit ist dieser Heber für den Praxiseinsatz am Fahrzeug absolut ungeeignet.“

Signifikante Mängel fielen auch bei anderen getesteten Hebern auf. Der Kunzer WK 1019 Alu (447 Euro, „befriedigend“) zeigte eine leichte Verformung des Chassis, was zu Punktabzug führte. Vergleichbares gilt für den Omega Mechanix 1602701 (255 Euro, „ausreichend“), wobei auch dessen Sicherheitsventil zu spät öffnet. Ölundichtheiten am Hydraulikzylinder zeigten die Heber BGS technic 2889 (225 Euro, „befriedigend“) und Güde GRH 2,5/460 AL (186 Euro, „befriedigend“).

Fazit: Auch unter Rangierwagenhebern mit der Zielgruppe Hobbybastler gibt es gute und schlechte Produkte. Der Vorteil der getesteten Heber liegt in ihrem vergleichsweise geringen Gewicht. Leichtester Heber im Test ist der Unitec mit 9,2 Kilogramm. Wenn Werkstätten mit solchen Hebern als ergänzende Ausstattung liebäugeln, gibt dieser Test einen guten Überblick. Die Tabelle enthält alle relevanten Details. 

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