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Raserei verursacht jeden zweiten Unfalltoten auf Autobahnen

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Auf deutschen Autobahnen ereignen sich relativ wenige tödliche Verkehrsunfälle. Doch wenn es dazu kommt, lässt sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts jeder zweite Tote auf unangepasste Geschwindigkeit zurückführen.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Tempolimit, ja oder nein – aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) werden Gegner wie Befürworter nutzen können. Laut einer Hochrechnung des Amtes ist die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand der offiziellen Zählungen zurückgegangen. Etwa 3.100 werden es laut einer ersten Schätzung 2019 gewesen sein. Und nur ein kleiner Teil davon ist auf den deutschen Autobahnen zu Schaden gekommen, nämlich 424 Menschen. Das ist nicht einmal jedes siebte Verkehrsopfer.

Die Autobahn ist als Verkehrsweg also gemessen an den Fahrleistungen sicher. Die Kehrseite ist: Wenn Menschen tödlich verunglücken, hat in jedem zweiten Fall unangepasste Geschwindigkeit eine Rolle gespielt. Die Geschwindigkeit sei in 196 Fällen mitverantwortlich gewesen, heißt es vom Destatis – also in 46 Prozent der tödlichen Unfälle.

Insgesamt 71 Prozent der Todesfälle wurden den Angaben zufolge auf Strecken ohne Tempolimit gezählt. Allerdings liege auch der Anteil von Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung am gesamten Autobahnnetz bei 70 Prozent. Dies relativiere den hohen Anteil der Unfalltoten auf diesen Strecken.

Auf Abschnitten ohne Tempolimit war die unangepasste Geschwindigkeit bei 45 Prozent der Verkehrstoten eine Unfallursache war (135 von 301 Unfalltoten). Auf Streckenabschnitten mit Geschwindigkeitsbegrenzung waren es sogar 50 Prozent der tödlich Verunglückten – hier verursachte zu schnelles Fahren 61 von 123 Unfalltoten.

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