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Reisemobile: Wettbewerb um die Basis verschärft sich

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die Stuttgarter CMT ist eine der größten Urlaubsmessen in Europa. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Caravaning. Aktuell rückt dabei der Wettbewerb um die Basis-Fahrzeuge in den Blickpunkt: Die langjährige Nummer eins, der Fiat Ducato, gerät unter Druck.

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Mit dem Grand California hat VW jetzt auch den Crafter als Wohnmobil im Programm.
Mit dem Grand California hat VW jetzt auch den Crafter als Wohnmobil im Programm.
(Bild: »kfz-betrieb«/Jan Rosenow)

Kompakte Fahrzeuge, mehr Konnektivität und ein verschärfter Wettbewerb unter den Basis-Fahrzeugen – die Trends, die den Boom der Reisemobil-Branche auf unverändert hohem Niveau halten und 2018 für einen neuen Zulassungsrekord gesorgt haben, sind unverändert.

Und da die Prognosen für 2019 keine Abschwächung des Wachstumskurses erwarten lassen, verwundert es nicht, dass die Caravaning-Branche auf der Stuttgarter Ausstellung CMT (Camping Motor Touristik, 12. bis 20. Januar) wieder alle Register ziehen. Nur vier Monate nach dem Düsseldorfer Caravan-Salon sind sie mit einer Vielzahl an Neuheiten vom Campingbus bis zum Luxusliner in die Schwabenmetropole gereist.

CMT Stuttgart: Reiseträume auf Rädern
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Besonders auffällig bei der Novitäten-Schau: Der Fiat Ducato bleibt zwar das dominierende Basisfahrzeug bei den Reisemobilen, der verschärfte Wettbewerb setzt den Italienern aber spürbar zu. Im Premieren-Reigen spielt der Ducato nicht mehr die erste Geige. Mercedes hat mit dem Sprinter zweifellos den größten Boden gut gemacht. Mit der Einführung des Sternen-Transporters haben sich die Bestelleingänge der Caravaning-Branche bei der Daimler AG 2018 verdoppelt, Tendenz weiter steigend.

Pkw-Feeling und viel Technik bei Mercedes

Das liegt an den zahlreichen verfügbaren Assistenzsystemen, an mehr Pkw-Feeling im Cockpit und an dem Multimedia-System MBUX (Mercedes-Benz User Experience) mit Sprachsteuerung. Auf der CMT richtet Mercedes den Blick auf das jetzt auch verfügbare „Mercedes-Benz Advanced Control“, kurz MBAC. Dabei handelt es sich um ein Schnittstellenmodul, das die Trennung zwischen Basisfahrzeug und Wohnbereich aufhebt, Komponenten vor und hinter der B-Säule vernetzt und so deren bequeme Bedienung über einen zentralen Ort ermöglicht. In einer Erlebnisecke sollen die Besucher dies interaktiv testen können.

Diese Vorzüge haben auch den zur Erwin-Hymer-Gruppe gehörenden Traditionshersteller Dethleffs überzeugt, mit dem Globeline T6613 EB sein Portfolio um ein Reisemobil auf Sprinter-Basis zu erweitern. Der knapp sieben Meter lange Teilintegrierte mit Einzelbetten im Heck wird zu Preisen ab rund 63.000 Euro im zweiten Quartal 2019 an den Start gehen.

Hymer selbst, die Kernmarke der Konzernmutter, die mit einem vierstelligen Auftragsvolumen jährlich zum größten Sprinter-Kunden bei Daimler aufgestiegen ist, präsentiert drei neue Modelle mit Stern. So wird der teilintegrierter ML-T um einen neuen Grundriss erweitert, und die B-Klasse Modern Comfort, bei der die Triebkopfvariante des neuen Sprinter mit dem SLC-Chassis von Hymer zusammenwächst, wird in zwei weiteren Varianten angeboten.

La Strada, die kleine, aber feine Manufaktur aus dem hessischen Echzell, baut den Daimler-Transporter in der Allrad-Variante zum Regent S aus, der in der Grundausstattung für 80.265 Euro angeboten wird.

Crafter kommt als Grand California

Technisch auf Augenhöhe mit dem Sprinter fährt auch der neue Crafter. Volkswagen verwandelt den großen Bruder des T6 allerdings in Eigenregie zum Kastenwagen-Reisemobil. Der Grand California, der zu einem bemerkenswert günstigen Basispreis von unter 55.000 Euro im Frühsommer ausgeliefert werden soll, ist in den beiden Varianten 600 und 680 auch auf der CMT zu sehen.

In der Neuheiten-Liste findet man allerdings nur seinen baugleichen Bruder MAN TGE. Auf dieser Basis steht der Knaus Van TI Plus ebenfalls unmittelbar vor dem Verkaufsstart. Die bereits in Düsseldorf gezeigte 650er-Variante wird in Stuttgart um den Van TI Plus 700 mit Lounge-Sitzgruppe in der Wagenmitte ergänzt. Der Knaus-Teilintegrierte ist aktuell das einzige Reisemobil, das mit Front-, Hinterrad- oder Allradantrieb bestellt werden kann. Die Preisliste startet bei rund 65.000 Euro. Wer alle Vorzüge der innovativen Technik in Form zahlreicher Optionspakete nutzt, vermag aber durchaus auch in den sechsstelligen Bereich vorzudringen.

Eine interessante Reisemobil-Variante auf MAN-Basis stellt die österreichische Firma Cargo Clips vor, die auf Transportersysteme spezialisiert ist. Der Cargo-Camper Mountain 4x4 ist ein Multifunktionsbus mit Allradantrieb und Aufstelldach, der durch einzelne Wohnmobil-Module, die sich angeblich mühelos mit wenigen Handgriffen ein- und ausbauen lassen, vom Transporter in ein Reisemobil oder umgekehrt verwandelt werden kann.

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