Suchen

Renault: Klare Kampfansage an Volkswagen

| Autor: Christoph Baeuchle

Vom großen Tamtam um den VW-Einstieg in die Elektromobilität zeigt sich Renault unbeeindruckt. Mit dem Zoe will Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz 2020 erneut das meistverkaufte E-Auto stellen. Es ist nicht das einzige ambitionierte Ziel der Franzosen.

Firmen zum Thema

Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland, erwartet eine deutliche Absatzsteigerung der elektrifizierten Renault-Modelle.
Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland, erwartet eine deutliche Absatzsteigerung der elektrifizierten Renault-Modelle.
(Bild: Renault)

Renault Deutschland geht mit großer Zuversicht ins neue Jahr: „2020 wird ein gutes Jahr“, sagte Uwe Hochgeschurtz auf der Jahrespressekonferenz des Importeurs in Düsseldorf. Der Vorstandsvorsitzende rechnet nicht nur mit einem guten Jahr für den deutschen Markt, sondern geht auch von einem Absatzplus bei Renault Pkw aus. „2020 erwarten wir für unsere Gruppe eine weiter positive Entwicklung, insbesondere durch den Start neuer Modelle im Kleinwagen- und Kompaktsegment.“

Hochgeschurtz begründete die optimistischen Erwartungen nicht nur mit der guten Situation in Deutschland – hohe Beschäftigungszahlen, geringe Arbeitslosigkeit –, sondern auch mit der Modellpalette der Franzosen: „Wir verbauen Technologien in Segmenten, in denen andere Hersteller sie nicht anbieten“, sagte Hochgeschurtz. Er verwies als Beleg auf den Renault Captur, der im laufenden Jahr als Plug-in-Hybrid auf den Markt kommt. Der erste Hybrid im Renault Portfolio ist der Clio E-Tech (Voll-Hybrid), mit dem die Franzosen in den nächsten Wochen an den Start gehen.

Renault Zoe: Mit mehr Energie in den Wettbewerb
Bildergalerie mit 7 Bildern

Wie andere Hersteller richtet Renault den Fokus im laufenden Jahr verstärkt auf die Elektromobilität. Nur wenn die Zahl der verkauften E-Autos stimmt, lassen sich CO2-Strafzahlungen an Brüssel vermeiden. „Ich gehe davon aus, dass wir unsere CO2-Ziele erreichen“, zeigte sich Hochgeschurtz überzeugt. „Ob Dacia drüber oder drunter liegt, kann ich nicht sagen.“ Am Ende zählt aber das Ergebnis der Gruppe.

Dabei spielt der Renault Zoe eine entscheidende Rolle. Mit mehr als 9.400 verkauften Einheiten war er laut dem Importeur Deutschlands meistverkauftes Auto. Das soll er, trotz zunehmender Konkurrenz, auch im laufenden Jahr wieder sein. Aus Händlerkreisen war zu hören, dass Renault im laufenden Jahr seinen Zoe-Absatz auf rund 18.000 Einheiten verdoppeln will.

Das bereits bestehende E-Portfolio – Twizy, Zoe, Kangoo ZE und Master ZE – ergänzt Renault im laufenden Jahr um den Twingo ZE. „Spätestens im vierten Quartal kann der Twingo ZE bestellt werden“, kündigte der Renault Deutschlandchef an.

Zum Erfolg der Elektrofahrzeuge sollen nicht zuletzt die Händler beitragen. Im Gegensatz zu anderen Fabrikaten üben die Franzosen zwar keinen Druck über im Bonus-Margen-System verankerte Regelungen aus. Dafür gibt es andere Animationen wie die Verkaufsförderung.

Mit dem abgelaufenen Jahr zeigte sich Hochgeschurtz zufrieden. Mit einem Marktanteil von insgesamt 6,2 Prozent lag die Renault Gruppe 2019 das dritte Jahr infolge über der Sechs-Prozent-Schwelle. Insgesamt konnte die Gruppe die Neuzulassungen um 5,1 Prozent auf 243.300 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge steigern.

Im Plus waren alle Bereiche mit einer Ausnahme: Renault Pkw. Die Kernmarke war mit rund 131.200 neu zugelassenen Pkw quasi auf dem Vorjahresniveau (130.800 Neuzulassungen). Dagegen verbuchten Renault mit leichten Nutzfahrzeugen (plus 9,1 Prozent auf 28.300 Neuzulassungen), Dacia (plus 12,1 Prozent auf 83.500 Neuzulassungen) und Alpine (plus 48,6 Prozent auf 324 Neuzulassungen) deutliche Zuwächse.

(ID:46305000)