Renault-Riekert geht in die Insolvenz
Das Freiburger Traditionsautohaus steht aufgrund massiver Liquiditätsprobleme mit dem Rücken zur Wand. Medienberichten zufolge soll der Betrieb trotz Insolvenz vorerst weiterlaufen.
Das traditionsreiche Renault-Autohaus Riekert in Freiburg (Gewerbegebiet Gundelfingen) hat Insolvenz angemeldet. Wie die Online-Ausgabe der „Badischen Zeitung“ am Mittwoch berichtete, seien massive Liquiditätsprobleme die Ursache für den Unternehmenskonkurs. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Freiburger Rechtsanwalt Thomas Kaiser bestellt. Dieser prüfe nun die Chancen und Möglichkeiten zur Rettung des Unternehmens.
Kaiser zeigte sich gegenüber der Zeitung zuversichtlich, dass das im Jahr 1960 gegründete Unternehmen fortgeführt und „im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiern kann“. „Die Freiburger Banken, die Sparkasse sowie die Volks- und Raiffeisenbank Gundelfingen stehen zu Riekert“, so der Insolvenzverwalter.
Der Verkauf und die Auslieferung von Neuwagen sollen dem Bericht zufolge zunächst ebenso weiterlaufen wie der Werkstattbetrieb. „Wir bieten weiter den Service, den unsere Kunden von uns gewohnt sind“, erklärte Riekert-Geschäftsführer Peter Schmieder gegenüber dem Blatt. Zumindest vorläufig gesichert seien auch die rund 45 Arbeits- und sieben Ausbildungsplätz bei Renault-Riekert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter/innen seien vorerst über das Insolvenzgeld gesichert.
In der finanziellen Zwickmühle
Als Hauptursachen für die finanzielle Schieflage des Unternehmens nannte Schmieder gegenüber der Zeitung die enormen Abstzrückgänge im Jahr 2008, die zu geringe Eigenkapitalbasis und die abschmelzenden Renditen. Zudem habe die Renault-Nissan-Bank wegen der Liquiditätsprobleme die Finanzkonten der Firma „unerwartet und ohne Vorankündigung gesperrt“. Hierdurch habe sich die „schwierige Finanzsituation so verschärft, dass eine Insolvenz nicht mehr zu vermeiden war“, so Schmieder gegenüber der Zeitung. Seinen Angaben zufolge verkaufte Renault-Riekert im vergangenen Jahr nur noch rund 750 Neu- und Gebrauchtwagen. Vor vier Jahren habe das Absatzvolumen noch bei rund 1.700 Neu- und 800 Gebrauchtwagen gelegen.
Die Entscheidung, das Renault-Autohaus zu einem Mehrmarkenbetrieb auszubauen, habe sich aufgrund der Automobilkrise und des Absatzeinbruchs der vergangenen zwei Jahre im Nachhinein als falsch erwiesen. Besonders die Marken Chrysler und Nissan hätten durch die enormen Absatzeinbußen zur angespannten Lage des Unternehmens beigetragen. „Die Umweltprämie für Altautos hat in dem von Renault und der Tochtermarke Dacia mit dominierten Kleinwagensegment zwar zu hohen Stückzahlen beim Verkauf geführt - unsere Rendite reichte wegen der hohen Rabatte aber am Ende nicht mehr aus, um die Kosten zu decken und die Zinsen für aufgenommenes Fremdkapital zu bezahlen“, so Schmieder weiter.
Nicht betroffen von der Insolvenz ist dem Bericht zufolge die Riekert-Tochter Regio Car GmbH mit dem Schwerpunkt Transporter und gewerbliche Kunden.
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