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Renault: Viel Ärger trotz gutem Jahr

| Autor: Christoph Baeuchle

Absatzsprung, Marktanteilsgewinne und Renditeplus – drei starke Gründe für Zufriedenheit. Doch trotz guter Zahlen sind die Renault-Partner verärgert, denn es wäre wesentlich mehr drin gewesen. Die Nachfrage war da, nur die Fahrzeuge haben gefehlt.

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Wollen die Marken gemeinsam voranbirngen: Sylke Eßer-Bruß (Präsidentin des Händlerverbandes) und Uwe Hochgeschurtz (Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland).
Wollen die Marken gemeinsam voranbirngen: Sylke Eßer-Bruß (Präsidentin des Händlerverbandes) und Uwe Hochgeschurtz (Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland).
(Bild: Baeuchle)

Steigende Verkäufe und steigende Renditen bescherten den Renault-Händlern ein gutes Jahr. Doch es hätte noch deutlich besser kommen, wenn der französische Autobauer seinen Partnern die gewünschten Fahrzeuge geliefert hätte. Stattdessen mussten diese lange auf die bestellten Fahrzeuge warten und bekamen Modelle, die sie gar nicht wollten.

Kein Wunder also, dass die Renault-Händler sauer sind. Es wäre deutlich mehr drin gewesen. „In den Vorjahren haben wir bereits Kritik an dem Distributionssystem geübt“, sagte Händlerverbands-Präsidentin Sylke Eßer-Bruß. „In diesem Jahr haben die Probleme jedoch ein Ausmaß angenommen, das so nicht mehr zu akzeptieren ist.“ Verkäufer und Disponenten seien in die Dispo-Steinzeit zurückkatapultiert worden. Das ging vor allem auf Kosten der kleineren Händler.

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Trotzdem können sich die Zahlen sehen lassen. Nach zehn Monaten zeigen die offiziellen Neuzulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes ein Plus von knapp 13 Prozent für Renault. Damit konnten die Franzosen mehr als doppelt so stark zulegen wie der Markt. Mit gut 98.000 Neuzulassungen kratzt die Marke bereits an der 100.000er Grenze.

Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen erzielten die Händler ein Plus bei der Rendite. Die Umsatzrendite von (geschätzten) 1,6 Prozent ist wesentlich besser als im Vergleichszeitraum der letzten drei Jahre. „In diesem Jahr befindet sich unsere Rendite erstmals auf einem zufriedenstellenden Niveau, auch Dank der konstanten Verkaufsförderung und der mit der eingetretenen Zielerreichung verbundenen Booster-Prämie“, so Eßer-Bruß. Dies gelte für alle Betriebsgrößen.

Renault will 2017 einen „Schnellstart“ hinlegen

Auch Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland, verwies auf die gestiegene Rendite. Sie sei das dritte Jahr im Plus und das erste Jahr über dem Branchenschnitt. „Ich verspreche ihnen, wir machen so weiter.“

Das klappt nur, wenn die gewünschten Fahrzeuge auch vorhanden sind. Dafür hat Hochgeschurtz die angeforderten Produktionskontingente deutlich erhöht. Er will mit den Händlern das Jahr von Beginn an nutzen und einen „Schnellstart“ hinlegen. Die Händler sind dabei, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. „Wir vertrauen darauf, dass die sehr positive Verkaufsförderung aus 2016 auch in 2017 fortgesetzt wird“, sagte Eßer-Bruß.

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