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Rückruf: Vielen Mercedes-Modellen droht Ölproblem

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Grimm

Insgesamt 9.400 Fahrzeuge mit Vierzylinder-Ottomotor benötigen einen Check der Ölversorgung des Turboladers. Insgesamt laufen zwei Rückrufe, die sich auf zahlreiche und ganz verschiedene Modelle beziehen.

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Verschiedene Mercedes-Modelle müssen in die Werkstätten. Ihnen könnte die Ölversorgung des Turboladers Probleme bereiten.
Verschiedene Mercedes-Modelle müssen in die Werkstätten. Ihnen könnte die Ölversorgung des Turboladers Probleme bereiten.
(Bild: Daimler)

Brandgefahr durch einen möglichen Ölaustritt ist die Ursache für zwei Mercedes-Rückrufe. Der größere betrifft weltweit 8.270 Einheiten aus dem Produktionszeitraum vom August 2019 bis Juli 2020, davon 1.532 in Deutschland. Bei bestimmten Fahrzeugen der A-Klasse (Baureihe 177), B-Klasse/GLA/GLB (BR 247) und dem CLA (BR 118) mit Vierzylinder-Ottomotor (Motorcode 282) könne die Ölzulaufleitung des Turboladers undicht sein, erklärte ein Konzernsprecher auf Nachfrage.

Motoröl könne so aus der Leitung austreten, auf die Unterbodenverkleidung und von dort auf die Straße gelangen. „Als vorsorgliche Maßnahme wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Ölzulaufleitung des Turboladers überprüft und gegebenenfalls ersetzt“, kündigte der Sprecher an. Hierfür seien etwa 90 Minuten nötig. Der interne Aktionscode lautet „0993022“.

Unter dem Code „0993103“ hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in seiner Datenbank eine nahezu identische Fehlermeldung hinterlegt. Hier geht es aber laut dem Sprecher um ein anderes Problem bei der C-, E-, S-Klasse sowie dem GLC und CLS (BR 205, 213, 238, 222, 253, 257) mit Vierzylinder-Benziner. Aufgrund einer fehlenden Dokumentation während des Produktionszeitraums März 2018 bis März 2020 „liegt keine Bestätigung dafür vor, dass die Verschraubungen der Ölzu- sowie der Ölrücklaufleitung des Turboladers im Montageprozess korrekt ausgeführt wurden“, sagte er.

Trotz dieser langen Phase sind laut KBA weltweit nur 1.139 Exemplare betroffen, davon 227 in Deutschland. Für die Prüfung und gegebenenfalls eine Korrektur der Verschraubung liegt die Zeitvorgabe bei einer Stunde. Anfragen zu beiden Aktionen beantwortet die Herstellerhotline unter der Nummer 00800/12777777.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist