Ruhrdeichgruppe wächst durch gezielte Chancenauswertung

Suche nach neuen Geschäftsfeldern hilft über Krisen hinweg

02.07.2009 | Autor: Andreas Grimm/Elvira Minack

Seit knapp 30 Jahren ist die Ruhrdeichgruppe an ihrem Stammsitz in Duisburg-Kasslerfeld aktiv. Einer von 14 Standorten ist das Autohaus am Ruhrdeich mit der Marke Nissan.
Seit knapp 30 Jahren ist die Ruhrdeichgruppe an ihrem Stammsitz in Duisburg-Kasslerfeld aktiv. Einer von 14 Standorten ist das Autohaus am Ruhrdeich mit der Marke Nissan.

Von Diusburg aus sucht die Ruhrdeichgruppe nach Marktnischen, neuen Geschäftsfeldern und freien Märkten. Mit Nissan ist Geschäftsführer Peter Gerards damit zuletzt gut gefahren.

Das Jahr 2009 war für die Ruhrdeichgruppe ein Auf und Ab der Gefühle; unter dem Strich hat das Unternehmen die Chancen genutzt. Der geschäftsführende Gesellschafter der Ruhrdeich-Holding GmbH, Peter Gerards, ist sich in diesem Punkt treu geblieben. „Wir haben unsere Hausaufgaben rechtzeitig gemacht“, lautet eine charakteristische Aussage für den Erfolg des Mehrmarkenhändlers. Diese Grundlinie ist in der Historie angelegt, kommt aber immer wieder zum Tragen.

Etwa in der frühzeitigen Suche nach neuen Geschäftsfeldern. 2007 hat das Unternehmen die Ruhr-Assekuranz-Service GmbH gegründet, als Dachmarke für die Vermarktung von Versicherungen in den Filialen der Gruppe. Aktiv wurde das Tochterunternehmen dann 2008, und die Früchte der Arbeit begann Gerards 2009 einzufahren. „Wir haben deutliche Zuwächse im Versicherungsbestand“, bilanziert er. In erster Linie arbeitet die Ruhrdeichgruppe aktiv mit der Nürnberger Versicherung zusammen. In den größeren Standorten hat Gerards spezialisierte Mitarbeiter eingesetzt, die sich primär ums Versicherungsgeschäft kümmern sollen.

Weiteres Beispiel für rechtzeitiges Agieren statt Reagieren ist die Übernahme der Markenverantwortung für Toyota in Mülheim/Ruhr, wo die Ruhrdeichgruppe bisher mit Nissan, Citroën und Peugeot vertreten ist. „Toyota ist ein starker und zuverlässiger Partner, und ich bin überzeugt, dass sich Toyota künftig wieder aufwärts entwickelt“, begründet Gerards den Schritt. Damit erschließt sich das Unternehmen einen weiteren Wachstumsmarkt, da Toyota zuletzt in Mülheim nicht mehr vertreten war.

Mit diesen Schritten soll sich das Wachstum der Ruhrdeichgruppe fortsetzen, die vor fast 30 Jahren am Stammsitz in Duisburg-Kasslerfeld begann. Dort nahm die Autovertrieb G.E.C.A. GmbH 1980 die Geschäftstätigkeit auf, das Autohaus am Ruhrdeich GmbH folgte ein Jahr später. Damals gehörten die Betriebe, die Vertragshändler für Nissan und Toyota sind (bis 2004 statt Toyota Honda), noch zur Gerstmann-Gruppe.

Fortführung der Unternehmenspolitik

Als Peter Gerards 1994 als Nissan-Verkäufer nach Duisburg kam, hätte er im Traum nicht daran gedacht, dass er zwölf Jahre später die beiden Gesellschaften und die inzwischen hinzugekommenen Autohäuser Jankowski und Extra sowie die Auto Parc France GmbH im Zuge eines Management-buy-outs kaufen würde.

Seitdem hat er mit seinem Team im westlichen Ruhrgebiet ein flächendeckendes Filialnetz aufgebaut. Mit 14 Filialen zählt die Gruppe zu den großen Automobilhändlern im Ruhrgebiet. Auch wenn die ersten Monate sehr stark geprägt waren von Verfügbarkeitsproblemen, insbesondere bei Nissan, so ist das Jahr 2009 dennoch, nicht zuletzt aufgrund der „Abwrackprämie“, sehr erfolgreich verlaufen. Deutlich mehr Verkäufe, höhere Umsätze und auch entsprechend mehr Gewinn im Vergleich zu 2008 wird die Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit allen Marken erzielen. Für 2010 erwartet der 42-jährige Gerards rund 25 Prozent weniger Markt gegenüber den 2009er Zulassungen. Exaktere Aussagen kämen allerdings dem berühmten Blick in die Glaskugel gleich.

Realistische Zielvorstellungen notwendig

Er hofft, dass seine Hersteller ebenfalls mit realistischen Zielvorstellungen für 2010 planen, denn zu hohe Erwartungshaltungen der Hersteller würden die Händler-Hersteller-Beziehung unnötigerweise belasten. „In dem zu erwartenden Krisenjahr 2010 sollten beide Seiten eher zusammenrücken und mehr auf die Kommunikation und weniger auf Konfrontation und Druck setzen“, so Gerards.

Die Situation hat er Mitte November auch seinen Mitarbeitern auf der turnusmäßigen Betriebsversammlung klargemacht. Alle Kennzahlen bis hin zum Betriebsergebnis sowie der vorhandenen Liquidität werden offengelegt und besprochen. Sorgen machen muss sich die Belegschaft nicht, die Ruhrdeichgruppe ist durchorganisiert und finanziell solide aufgestellt.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 276239 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Zusatzgeschäft E-Bikes: Die Turbostufe einschalten

Zusatzgeschäft E-Bikes: Die Turbostufe einschalten

Während die Höfe der Autohändler überquellen, kommen die E-Bike-Händler mit dem Auffüllen ihrer Lager kaum nach. Warum also nicht ein zweites Standbein mit Zweirädern aufbauen? Drei Autohäuser haben das getan – auf ganz unterschiedliche Art. lesen

Zusatzgeschäfte: Ein Riecher für’s Geschäft

Zusatzgeschäfte: Ein Riecher für’s Geschäft

Das Autohaus Herold in Lauf ist so breit aufgestellt wie kaum ein anderer Betrieb: Neben Autos verkauft man auch Motorräder, betreibt eine Tankstelle und einen Pizza-Imbiss. Das zahlt sich nicht erst seit der Coronakrise aus. lesen