Santander startet Onlinebörse: „Wir steuern kein Geschäft vom Händler weg“

Autor: Jens Rehberg

Nach der BDK startet nun auch die Santander Consumer Bank eine eigene Online-Fahrzeugbörse. Als Alleinstellungsmerkmal soll sich das Angebot der teilnehmenden Händler nicht auf Pkw-Inserate beschränken.

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Santander-Zentrale in Mönchengladbach
Santander-Zentrale in Mönchengladbach
(Bild: Santander Consumer Bank)

Die Santander Consumer Bank startet demnächst eine eigene Online-Fahrzeugbörse. Wie Mobilitätsvorstand Thomas Hanswillemenke am Mittwoch vor Vertretern der Fachpresse erläuterte, richtet sich das Angebot zur Teilnahme nicht nur an den Fabrikatshandel, sondern auch an den freien Fahrzeugmarkt.

Unter der Domain autobörse.de soll Mitte Juli eine entsprechende Pilotphase mit 200 Partnerhändlern starten. Von den etablierten Playern abheben soll sich der neue Online-Marktplatz unter anderem dadurch, dass die teilnehmenden Händler sich nicht auf das Anbieten ihres Fahrzeugbestandes beschränken. Vielmehr sollen sie die Möglichkeit haben, Ihr komplettes Produkt- und Dienstleistungsportfolio von der Inzahlungnahme über Versicherungen, Teile und Zubehör bis hin zur Zulassung anzubieten.

„Wir steuern kein Geschäft vom Händler weg“, betont Hanswillemenke zudem – so sollen den Usern beispielsweise keine passenden Reifenangebote auf der Plattform zugespielt oder auch keine umfassende Vergleichsmöglichkeit in Sachen Finanzierungsangebote gegeben werden.

Bezahlen sollen die teilnehmenden Händler nicht für das Ausspielen der Inserate, sondern für die konkreten Leads. Für die Kontakte soll es zwei Preiskategorien geben. Ist der Lead durch eine Bonitätsprüfung von Santander in Bezug auf das Finanzierungsangebot des jeweiligen Händlers vorqualifiziert, kostet der Lead mehr. Festlegen will sich Thomas Hanswillemenke diesbezüglich erst nach der für die Händler kostenlosen Pilotphase – allerdings deutete der Manager einen „niedrigen zweistelligen Betrag“ an.

Ziel: 3.000 Händler bis 2021

In einer späteren Ausbaustufe des Plattform sollen auch Motorräder und weitere Fahrzeugklassen über den Marktplatz angeboten werden können. Endkunden können schon ab der Pilotphase im Börsenbestand suchen. Im kommenden Jahr sollen diese auch die Möglichkeit haben, Fahrzeuge kostenfrei auf autobörse.de anzubieten.

Bis Ende 2021 will die Santander 3.000 Händler an Bord und 150.000 Fahrzeuge im Angebotsbestand haben. Zum Vergleich: Juhu Auto (BDK) hat nach über einem halben Jahr rund 120.000 Fahrzeuge in der Datenbank.

Die Santander Consumer Bank will ihre neue Plattform auf jeden Fall bis Ende kommenden Jahres unter den Top-5 der Online-Fahrzeugmärkte in Deutschland gelistet sehen. Mittelfristig werde ein Platz unter den Top-3 angepeilt, so Thomas Hanswillemenke.

Für die technische Umsetzung der Onlinebörse arbeitet Santander mit dem IT-Dienstleister Modix zusammen.

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Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«