Scherer-Gruppe konzipiert Cupra-Store ohne Seat-Autohaus

Autor: Andreas Grimm

Cupra emanzipiert sich in der Kundenansprache von Seat, beim Neuwagenkauf führt am Seat-Händler aber kein Weg vorbei. Diese Verbindung wurde nun erstmals gekappt – unter ebenso speziellen wie naheliegenden Umständen.

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Die Scherer-Gruppe hat am Nürburgring einen singulären Cupra-Store eröffnet.
Die Scherer-Gruppe hat am Nürburgring einen singulären Cupra-Store eröffnet.
(Bild: Scherer-Gruppe)

Die Scherer-Gruppe geht einen neuen Weg in der Ansprache von Cupra-Kunden. Am Nürburgring hat der Mehrmarkenhändler einen eigenständigen Cupra-Store eröffnet, um das PS-affine Publikum in entsprechender Atmosphäre anzusprechen. Der Store auf dem Ring-Boulevard startete standesgemäß während des jüngsten 24-Stunden-Rennens in der Eifel vom 20. bis 23. Juni 2019.

Normalerweise wird die sportliche Marke von so genannten Cupra-Spezialisten vertreten, die in ihrem Seat-Autohaus einen exklusiven Bereich für Cupra reserviert haben. Die Scherer-Gruppe selbst vertritt Seat derzeit an fünf Standorten (Kirkel, Mainz, Mayen, Saarbrücken und Simmern). In Mainz, Mayen und Saarbrücken ist Cupra bereits integriert. Organisatorisch ist der neue Store am Nürburgring dem nahe gelegenen Standort Mayen zugeordnet.

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Vom Konzept her ähnelt der Store weniger einem Autohaus, sondern den aktuellen Pop-up-Konzepten, die Kunden an ihrem Aufenthaltsort abholen wollen. Zwar gibt es am Nürburgring einen Vertriebsmitarbeiter vor Ort, aber keine Werkstatt. Ziel des Stores ist es laut einer Scherer-Mitteilung, den Besuchern ein Gefühl für die Marke zu geben. Entsprechend nehmen die Merchandising-Artikel der Cupra-Kollektion von der Felge bis zum Kaffeebecher viel Raum ein.

Geöffnet hat der Store im Rahmen großer Motorsportevents am Nürburgring. Allein am Eröffnungswochenende waren 230.000 Zuschauer an der Rennstrecke, entsprechend groß sei die Resonanz auf den Cupra-Store gewesen, heißt es vom Händler. Dabei dürfte die Schnittmenge aus Rennsport-Begeisterten und potenziellen Cupra-Kunden durchaus hoch sein.

Für die Scherer-Gruppe war der Schritt an den Ring auch aus einem zweiten Grund nicht schwer. Schon länger ist der Händler mit Kundenevents dort aktiv, organisiert eigene Großveranstaltungen oder nimmt mit ausgewählten Kunden an jährlich vier bis fünf Veranstaltungen teil.

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Hinsichtlich der Gestaltung des Cupra-Stores hatte sich Scherer mit Seat Deutschland in Verbindung gesetzt und war vom Importeur unterstützt worden. „Dieser Store ist einzigartig und unterstützt uns auf dem Weg, unsere Marke bekannter zu machen“, sagte Johannes Fleck, der bei Seat Deutschland als Leiter des Bereiches Produkt, Planung und Strategie auch verantwortlich für Cupra in Deutschland ist.

Daten zur Scherer-Gruppe

Zur Scherer Unternehmensgruppe gehören 32 Autohäuser an 20 Standorten in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, im Saarland und in Bayern. Hier werden die Marken Audi, VW, VW Nutzfahrzeuge, Porsche, Seat, Skoda, Maserati und MAN gehandelt und servicetechnisch betreut. Tankstellen und eine Autovermietung ergänzen das Angebot.

Das Unternehmen gehört zu den größten Autohändlern in Deutschland. Laut einer Erhebung des Instituts für Automobilwirtschaft summierte sich der Umsatz im Jahr 2017 auf 773 Millionen Euro bei 29.453 Neu- und Gebrauchtwagenverkäufen. Neben der Automobilbranche ist die Gruppe auch in der Bau- und Immobilienbranche tätig. Das 1937 gegründete rheinland-pfälzische Familienunternehmen beschäftigt über 1.900 Mitarbeiter.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«