Seat Arona: SUV-Konzept fast nur für die Stadt

Autor / Redakteur: Jens Scheiner / Andreas Grimm

Der Seat Arona ist der Konzernvorreiter im A0-Segment. Als erster Klein-SUV des Autobauers soll er mit günstigen Preisen und bunten Farben in der Stadt auffallen. Letzteres schafft er locker, dafür liegen dem getesteten Dreizylindermotor Offroad und Überlandfahrten nicht so.

Anbieter zum Thema

Seat schickt mit dem Arona den Vorreiter des A0-Segments für den Volkswagen-Konzern ins Rennen der kleinen SUVs.
Seat schickt mit dem Arona den Vorreiter des A0-Segments für den Volkswagen-Konzern ins Rennen der kleinen SUVs.
(Bild: Jens Scheiner)

Ibiza und Arona haben einiges gemeinsam. Einerseits sind es Städte auf den spanischen Inseln Ibiza und Teneriffa, zum anderen sind es die Einsteigermodelle von Seat in ihren jeweiligen Klassen – Kleinwagen und SUV. Technisch verbindet beide Modelle die A0-Plattform des Modularen Querbaukastens (MQB). Damit ist der Seat Arona gleichzeitig ein Vorreiter, nämlich das erste City-SUV des Volkswagenkonzerns, das auf dieser Basis aufbaut. Nach dem Arona soll in diesem Jahr noch das Polo SUV T-Cross folgen. Im nächsten Jahr könnten dann das kleine Skoda-SUV (Arbeitstitel „Polar“) und der Audi Q1 auf der neuen Plattform aufbauen.

Wie schon Ateca, Leon und Ibiza trägt der Arona die markentypische Optik mit den dreieckigen Frontscheinwerfern sowie scharf gezeichneten Linien, die sich von der Motorhaube über die Seiten bis zum Heck erstrecken. Die Fensterlinie mit einer verchromten Leiste steigt langsam an und wird zur C-Säule hin nicht nur immer steiler und breiter, sondern trennt den Arona in zwei Teile: Der untere Karosserieteil ist anders gefärbt als das Dach. Außerdem erhält das City-SUV zusätzlich doppelte Heckleuchten, die das Fahrzeug breiter wirken lassen sollen. Mit einer Breite von 1,78 Metern haben aber der Arona und der Ibiza identische Maße.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 20 Bildern

Bevorzugtes Terrain ist die Stadt

Mit einer Länge von 4,14 Metern ist der Arona allerdings knapp acht Zentimeter länger und mit 1,55 Meter ganze elf Zentimeter höher als der Ibiza. Für mehr Bodenfreiheit sorgen zudem die 1,5 Zentimeter längeren Dämpfer und Federn. Naturgemäß ist der Einstieg in ein SUV sehr bequem und einfach, die Sitzposition ist dementsprechend hoch und übersichtlich – so auch beim Arona. Trotz einer Bodenfreiheit von 19 Zentimeter und den farblich abgesetzten Kunststoffverkleidungen wirkt der Kompakte so, als ob ein Ausflug ins Gelände möglich wäre. Das ist allerdings nicht zu empfehlen, zumal der Allradantrieb fehlt. Der ist für diesen Baukasten generell nicht vorgesehen.

Für den Offroad-Einsatz ist das City-SUV sowieso nicht gemacht, federt aber Schlaglöcher sowie Temposchwellen sehr weich ab und lässt sich ohnehin im Stadtverkehr viel besser manövrieren. Die Lenkung ist präzise und nicht zu direkt; schnelle Richtungswechsel erfolgen relativ sanft. Außerdem liegt das Fahrzeug griffig in den Kurven und dank der gut auskonturierten Sitze hat der Fahrer auch bei schnelleren Kurvenfahrten ausreichend Seitenhalt. Die Bremsen regieren präzise und packen kraftvoll zu, auch bei Regen.

Die Motorisierung des Seat Arona

Insgesamt stehen drei Leistungsstufen zur Auswahl: Den 1,0-Liter-Dreizylinderturbo gibt es mit 70 kW/95 PS sowohl als Benziner und Diesel mit einem Fünf-Gang-Schaltgetriebe, als auch mit 85 kW/115 PS und einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Als dritter Benzinmotor im Bunde kommt der neue, 150 PS leistende 1.5 TSI 4-Zylinder EVO mit aktiver Zylinderabschaltung zum Einsatz. Ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ersetzt bei den größeren Motorisierungen auf Wunsch die Handschaltung.

Zum Testen hatten wir den sehr lauten 1,0-Liter-Dreizylinderturbo mit 85 kW/115 PS und Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Damit sind zwar Ausflüge über die Autobahn möglich, machen aber nur bedingt Spaß. Denn der Sprint von Null auf 100 km/h dauert 9,8 Sekunden und bei 182 km/h ist die Leistungsgrenze erreicht. Und auch der Verbrauch ist mit 7,9 Litern auf 100 Kilometer zwar in Ordnung, aber weit entfernt von den angegebenen 5,0 Litern. Dabei ist das Leergewicht von knapp 1,2 Tonnen beim Benziner durchaus in Ordnung. Der Fahrtwind im Innenraum ist außerdem ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h so laut, dass normale Unterhaltungen mit den Fondpassagieren kaum noch möglich sind.

Grundsätzlich ist auf der Rückbank zwar Platz für drei Fahrgäste, allerdings reist man zu viert bequemer. Denn dann sind die Platzverhältnisse vorne sowie hinten völlig ausreichend, obwohl die Rückbank nicht verschiebbar ist. Übrigens kann auch die Neigung der Lehnen nicht verstellt werden. Bein- und Kopffreiheit sind für Passagiere über 1,80 Meter ausreichend vorhanden und das Kofferraumvolumen mit 400 Litern ist für diese Klasse in Ordnung – sticht aber aus der Masse der kleinen SUVs nicht heraus.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:45185750)