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Seat bringt „eines der günstigsten Elektroautos“

| Autor: Andreas Grimm

Das Argument, dass Elektromobilität zu teuer ist, will Seat mit seinem ersten vollelektrischen Modell entkräften. Der „Mii electric“ soll zum Jahreswechsel starten und preislich mit vergleichbaren Verbrennerfahrzeugen konkurrieren können.

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Seat ersetzt den konventionell angetriebenen Kleinwagen Mii durch eine vollelektrische Variante.
Seat ersetzt den konventionell angetriebenen Kleinwagen Mii durch eine vollelektrische Variante.
(Bild: Seat)

Seat startet – wie auch die Konzernschwester Skoda – mit einem Modell im Kleinwagensegment ins Zeitalter der Elektromobilität. In den kommenden Wochen laufen die letzten konventionellen Modelle des Mii vom Band, ab September ist dann vom Seat-Einstiegsfahrzeug nur noch der rein elektrisch angetriebene Nachfolger bestellbar, der „Mii electric“. Eingeführt wird der spanische Elektro-Erstling in allen für Seat wichtigen europäischen Märkten, also neben Spanien und Deutschland unter anderem auch in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz.

Mit dem Mii electric bewegt sich Seat im Rahmen der Elektrfizierungsstrategie des Volkswagenkonzerns. Vorstandschef Luca de Meo wies zudem darauf hin, dass angesichts der generell steigenden Elektronachfrage in Europa, „Elektrofahrzeuge zweifelsohne künftig eine wichtige Rolle in unserem Produktangebot spielen werden“. In den Handel kommen die ersten elektrischen Mii „zum Jahreswechsel“.

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Spannend ist dennoch die Entscheidung, in einem preissensiblen Fahrzeugsegment mit der Elektromobilität zu starten. Zu den Preisen äußert sich Seat bislang noch vage: „Der Seat Mii electric wird eines der günstigsten Elektroautos auf dem Markt sein und dabei nicht mehr kosten als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.“ Derzeit ist der günstigste Mii für 11.460 Euro zu haben – ein bisschen teurer wird es in der elektrifizierten Variante wohl schon werden.

Punkten kann Seat angesichts der angekündigten Preispolitik wohl weiterhin bei einer wichtigen Zielgruppe, den kleinen Flottenbetreibern im städtischen Umfeld wie Pflege- oder Lieferdienste: Niedrige Wartungs- und Betriebskosten einerseits, eine Reichweite von 260 Kilometern (nach WLTP) andererseits und eine 80-Prozent-Ladung binnen einer Stunde am 40-kW-Gleichstromlader hat der Importeur als Argumente auf seiner Seite. An der Standard-Steckdose dauert das Vollladen 12 Stunden.

Vorbote für eine E-Familie

Für diese Zielgruppe vielleicht auch nicht uninteressant: Zum Serienumfang des 3,60 Meter kurzen Viersitzers gehört Seat Connect, was es dem Nutzer erlaubt, einige Fahrzeugfunktionen per Smartphone-App über große Entfernungen hinweg zu steuern. Zudem lassen sich Fahrzeugstatus oder aktueller Standort abfragen. Außerdem serienmäßig an Bord sind 16-Zoll-Alufelgen, Spurhalteassistent, Sitzheizungen und Lederlenkrad.

Optisch unterscheidet sich der Mii electric kaum vom bisherigen Modell. Hinweise geben ein „electric“-Schriftzug am Heck und „electric“-Sticker an den Seiten sowie die 16-Zoll-Leichtmetallräder in mattem Cosmo Grau. Im Innenraum wurde das Armaturenbrett neu gestaltet, dazu gibt es eine Ambientebeleuchtung, beheizte Sportsitze und ein Sportlenkrad.

Spannend ist der elektrische Stadtflitzer für Seat und den Handel im Hinblick auf die Zukunft. In der Portfolio-Planung des Herstellers ist er der Vorbote für eine ganze Elektro-Familie, die in den kommenden zwei Jahren folgen wird. Hierzu zählen etwa reine Elektroautos wie der El-Born, dazu und Plug-in-Hybride für den Tarraco und Leon“ sowie die elektrifizierten Modelle Cupra Formentor und Cupra Leo.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«