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Seat Deutschland gibt alle Niederlassungen ab

| Autor: Andreas Grimm

Die restlichen Niederlassungen von Seat bleiben im Volkswagenkonzern und gehen in Hamburg, Berlin und Stuttgart an die Retailtochter VGRD. Damit wird der Vertrieb der verschiedenen Konzernmarken in den Metropolen enger verzahnt.

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Die Seat-Niederlassung Berlin wird zum 1. April 2020 Teil der ASB Autohaus Berlin, einer Tochter der Volkswagen Group Retail Deutschland GmbH.
Die Seat-Niederlassung Berlin wird zum 1. April 2020 Teil der ASB Autohaus Berlin, einer Tochter der Volkswagen Group Retail Deutschland GmbH.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die verbliebenen drei Standorte der Seat-Niederlassungen in Deutschland werden in den kommenden Monaten von der Volkswagen Group Retail Deutschland GmbH (VGRD) übernommen. Laut einer Pressemitteilung werden die Niederlassungen künftig als Standorte der zuständigen VGRD-Tochtergesellschaften in Hamburg, Berlin und Stuttgart geführt. Das Niederlassungspersonal will die Retail-Tochter des Volkswagenkonzerns vollständig übernehmen, die Mitarbeiter wurden am Dienstagnachmittag über die Entwicklung informiert.

Konkret geht zum 1. März 2020 die Hamburger Niederlassung auf die Audi Zentrum Hamburg GmbH über, die Stuttgarter Aktivitäten werden Teil der Volkswagen Automobile Stuttgart GmbH. Erst zum 1. April 2020 wird die Berliner Niederlassung in die ASB Autohaus Berlin GmbH integriert. Laut einem VGRD-Sprecher stecken hinter der Verzögerung organisatorische Überlegungen innerhalb der ASB, die noch nicht abgeschlossen sind.

Dass Seat Deutschland seine Niederlassungen verkauft, hatte sich spätestens im März 2019 angedeutet, als die Brass-Gruppe die Seat-Niederlassung in Frankfurt übernahm. Zum 31. Juli hatte zudem die Niederlassung Stuttgart einen kleineren Standort aufgegeben, und die Aktivitäten in der Schwaben-Metropole auf den vor zwei Jahren eröffneten Hauptstandort konzentriert. Dieser war übrigens von Beginn an als gemeinschaftlicher Neubau mit der VGRD-Tochter Volkswagen Automobile Stuttgart konzipiert worden und kostete 23,6 Millionen Euro.

Damit sich Investitionen in dieser Höhe amortisieren, muss der Automobilvertrieb wirtschaftlich, sprich in größeren Einheiten und mit möglichst wenig Preiswettbewerb innerhalb der Konzernmarken organisiert werden. Offiziell heißt es von der VGRD laut einer Pressemitteilung, man gehe mit der Integration der Seat-Niederlassungen einen wichtigen Schritt gemäß der Metropolenstrategie. „Nur so können wir unsere Marktposition stärken und in Zukunft auch weiter ausbauen.“ Ziel sei es, das Portfolio der VGRD weiter auszubauen und auch die Retail-Aktivitäten der Marke Seat in den bestehenden Strukturen der VGRD zu bündeln.

VGRD hat bislang wenig Seat-Erfahrung

In den Metropolregionen – neben den genannten Städten zählen noch Hannover, Leipzig und München dazu – will die VGRD ihre Aktivitäten grundsätzlich weiter verstärken. Ein Aspekt der Aktivitäten ist zugleich die Entwicklung von Konzepten und Strategien für den Automobilhandel der Zukunft. Insofern macht die Berücksichtigung der Marke Seat in den Überlegungen zur Metropolenstrategie durchaus Sinn, schließlich haben die Spanier zuletzt deutlich Marktanteile gewonnen. Außer in Süddeutschland – PIA in München und Schwaba in Augsburg – haben die VGRD-Standorte bislang Seat nicht vertreten.

Wirtschaftlich ist die Seat Deutschland Niederlassung GmbH, in der die Seat-Aktivitäten in den Metropolen Hamburg, Berlin, Frankfurt und Stuttgart gebündelt waren, schon seit dem Jahr 2018 gar nicht mehr dem Importeur Seat Deutschland zugeordnet. Laut einem im Bundesanzeiger veröffentlichten Finanzbericht war bislang die „Porsche Siebte Vermögensverwaltung GmbH“ alleinige Gesellschafterin, die wiederum von der Volkswagen AG kontrolliert wird. Die VGRD ist eine Tochter der Porsche Holding Salzburg, des größten europäischen Autohandelsunternehmens und 100-prozentige Tochter der Volkswagen AG.

Insofern verwundert es nicht, dass die Verhandlungen zur Übernahme der Niederlassungen „sehr gut und partnerschaftlich verlaufen“ sind, wie es in der Pressemitteilung heißt. Aus Sicht der Importeurs Seat Deutschland sieht Geschäftsführer Bernhard Bauer „mit der VGRD einen starken Partner an unserer Seite, um unseren stetigen Wachstumskurs in drei wichtigen deutschen Metropolregionen weiterzuverfolgen und auszubauen“.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«