Seat Ibiza ST 1,2 TDi Ecomotive (6J): Chiptuning ab Werk

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Martina Eicher

»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Das spanische Sparbrötchen überzeugt mit der Knausertechnik der Konzernmutter VW.

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Seat Ibiza ST 1,2 TDi Ecomotive Modelljahr 2015. Seat brachte 2010 erstmals die Kombi-Variante ST auf den Markt.
Seat Ibiza ST 1,2 TDi Ecomotive Modelljahr 2015. Seat brachte 2010 erstmals die Kombi-Variante ST auf den Markt.
(Bild: Seat)

Der Seat Ibiza „6J“ wurde am 22. Mai 2008 vorgestellt und basiert wie der VW Polo V auf der VW-PQ25/A05-Plattform. Zunächst gab es den markant gezeichneten Kleinwagen nur als Limousine mit drei (SC) oder fünf Türen. Erst 2010 brachte Seat den lange erwarteten Kombi auf den Markt; die Konzernmutter VW spendierte bereits zur Markteinführung den Ecomotive-Spritspardiesel des Polo Bluemotion. Kernbestandteil dieses Systems ist eine Start-Stopp-Einrichtung mit Rekuperationstechnik. Einen weiteren Baustein des Sparwunders förderte aber erst der VW-Diesel-Skandal zutage: Auch im Spanier schlägt ein „corazón aleman“, in diesem Fall leider der EA-189-Motor mit der vom Werk illegal leistungs- und verbrauchsoptimierten Mogel-Software. Beim Tuner kostet sowas viel Geld, hier gabs die verbrauchsreduzierenden Bits und Bytes kostenlos mit dazu.

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Verbrauchswunder

Entscheidend ist, was hinten rauskommt; im Fall des 1,2 TDI Ecomotive mag dies zwar giftiger als erlaubt sein – auf jeden Fall sind die Verbrauchswerte nicht gelogen. Dies stellte der österreichische Spritspar-Experte Gerhard Plattner höchst eindrucksvoll unter Beweis. Unter Aufsicht der „International Police Motor Corporation“, einem Verband motorsportbegeisteter Polizeibeamter, legte ein Ecomotive ST mit versiegelter Tankklappe 1.329 Kilometer von Wien nach Berlin zurück. Als Handicap führte die Strecke ins Hochgebirge; Winterdiesel und Winterreifen sind auch nicht gerade als verbrauchssenkend bekannt. Trotzdem gönnte sich der Dreizylinder nur 40,68 Liter Kraftstoff – damit blieb der Ibiza mit einem Verbrauch von 3,06 l/100 km um zehn Prozent unter der Werksangabe!

Ergänzendes zum Thema
Modellhistorie
  • 2008 Markteinführung
  • 2010 Kombi-Variante ST erscheint
  • 2012 Facelift, Front geändert, neue Motorenpalette
  • 2015 Facelift (6P) neues Fahrwerk, Infotainmentmodul überarbeitet, neue Motoren

Macht das Spaß?

Der Downsizing-Dreizylinder hat sicher viele Eigenschaften, Drehfreude und Elastizität ge­hören aber nicht dazu. Trotz der 180 Newtonmeter Drehmoment fährt sich der Ibiza träge. Ecomotive-Käufer dürften sich da­rüber jedoch im Klaren sein, für leistungshungrige Kombifans gibt es bis zu 140 PS im 1,4 TSI.

Luft nach oben

Der Ibiza erreicht nicht das Qualitätsniveau seines Konzernbruders. Dies zeigt sich auch beim eher lieblos gestalteten Kofferraum. Der schluckt dafür aber 430 Liter Gepäck, bei umgelegter Rückbank bis zu 1.164 Liter. 515 Kilo dürfen als Zuladung maximal an Bord. Der Fahrkomfort ist ausgewogen, die Lenkung präzise. Die Geräuschdämmung könnte allerdings besser sein. Auch bei der HU spiegelt sich der günstige Einstandspreis wider, die Mängelquoten sind hoch; besonders auf die Bremsen und Achsmanschetten sollten Kaufinteressenten achten.

Ergänzendes zum Thema
GTÜ bemängelt
  • Ölverlust an Motor und
    Getriebe
  • defekte Beleuchtung
  • Bremsenverschleiß
  • ungleiche Bremswirkung
  • Querlenkerlager schadhaft
  • Achsmanschetten gerissen
  • Bremsschläuche porös

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