Skoda Octavia III: Unter Erfolgsdruck
Der neue Skoda Octavia muss für den tschechischen Hersteller wieder ein Erfolgsmodell werden. Schließlich hängt der Gesamtabsatz des Unternehmens zu mehr als 40 Prozent von diesem Modell ab. In Deutschland sind es immerhin noch 32 Prozent.

Die Erwartungen, die der neue Skoda Oktavia erfüllen muss, sind hoch – schließlich ist es das mit Abstand wichtigste Modell der tschechischen Volkswagen-Tochter. Obwohl Skoda den Oktavia bereits seit 1996 im Programm hat, kommt am 16. Februar erst die dritte Generation des in der Kompaktklasse geführten Modells zu den Händlern. Weltweit konnte Skoda das Modell bisher nach eigenen Angaben bereits 3,7 Millionen Mal verkaufen. Damit habe es seit 1996 einen Anteil am Gesamtabsatz von mehr als 40 Prozent.
Auch in Deutschland ist der Oktavia für den Hersteller bisher ein Erfolgsmodell gewesen. Hier verkaufte der Importeur bisher insgesamt 581.239 Oktavia, davon 46.317 im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Anteil an den Gesamtverkäufen von immerhin 32 Prozent. Das neue Modell muss also wieder den Geschmack der Kunden treffen, damit die Marke ihren Erfolg fortsetzen kann.
Technisch anspruchsvoll
Technisch hat der auf jeden Fall das Zeug dazu – hier profitiert Skoda davon, dass die Entwickler im Konzernregal aus dem Vollen schöpfen können. Das beginnt bei der Karosserie, die – wie der Golf 7 – auf dem neuen modularen Querbaukasten basiert. Obwohl der Wagen gegenüber seinem Vorgänger um 90 Millimeter in der Länge und 45 Millimeter in der Breite gewachsen ist, wiegt er um bis zu 102 Kilogramm weniger. Den größten Anteil haben daran die Karosserie und das Fahrwerk, die zusammen 56 Kilogramm Gewicht einsparen, die Aggregate bringen noch einmal 40 Kilogramm.
Deshalb reichen bereits die Einstiegsmotorisierungen für ausreichende Fahrleistungen. Skoda erwartet das größte Volumen beim 1,2-TSI-Motor mit 77 kW/105 PS, dessen Preisliste bei 17.690 Euro beginnt. Der Wagen ließ sich bei ersten Testfahrten mit diesem Motor absolut souverän bewegen. Noch billiger ist der 1,2 TSI mit 63 kW/86 PS, der den Einstieg in die Modellreihe mit 15.990 Euro markiert.
Die Top-Motorisierung bei den Benzinern ist derzeit ein 1,8-Liter-TSI mit 132 kW/180 PS und bei den Dieseln ein 2,0-Liter-TDI mit 110 kW/150 PS. Wem das noch nicht reicht, der muss auf die RS-Version warten, die der Hersteller später nachschieben will. Eine zusätzliche Ergänzung in der Antriebspalette wird ein Erdgasantrieb sein, der Ende 2013 verfügbar sein soll. Auch hier profitiert der Oktavia vom MQB. Denn der alternative Treibsatz wird auch den neuen Golf befeuern.
Umfangreiche Ausstattung
Die Aufpreisliste des neuen Oktavia lässt in Sachen Komfort- und Sicherheitsausstattung kaum Wünsche offen. Besonders stolz sind die Entwickler auf ihr erstmals sehr umfangreiches Portfolio an Assistenzsystemen, das von der Multikollisionsbremse, die bei allen Modellen serienmäßig ist, über Spurhalte- und Abstandsregelassistenten bis hin zur automatischen Einparkhilfe reicht. Letztere manövriert den Wagen automatisch sowohl in Längs- als auch in Querparklücken. Für mehr Sicherheit sorgt zudem ein „proaktives Insassenschutzsystem“, das bei einem drohenden Unfall die Gurte der vorderen Insassen strafft und die Fenster sowie das Schiebedach schließt.
Für eine positive Kaufentscheidung bei Kundinnen und Kunden sollen auch viele kleine praktische Details sorgen, die der neue Wangen bietet, zum Beispiel der in den Tankdeckel eingeschobene Eiskratzer, zusätzliche Stauräume unter den Sitzen und ein Laderaumkonzept für das 590 Liter große Gepäckabteil. Letzteres bietet viele Ablagen und Verzurrösen sowie eine optional erhältliche Wendematte, die auf einer Seite abwaschbar ist.
Da die Designer die Karosserieform eher evolutionär als revolutionär weiterentwickelt haben bleibt hier eine gewisse Kontinuität gewährleistet und so hat die dritte Generation des Oktavia das Zeug, den Erfolg des Vorgängers fortzuschreiben. Dazu werden nicht zuletzt die inneren Werte beitragen, denn im Innenraum bietet der Wagen durch einen um 108 Millimeter gewachsenen Radstand Platz auf Mittelklassenivau.
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