Skoda Rapid: Auf Kundenfang in der Kompaktklasse

Autor: Andreas Grimm

Den Rapid gibt es seit Ende 2012 in Deutschland. Groß aufgefallen ist er bislang nicht. Das will der Importeur mit dem Facelift ändern, auch wenn sich optisch gar nicht allzu viel getan hat. Allerdings droht dem Modell schon bald Konkurrenz aus den eigenen Reihen.

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Skoda hat den Rapid optisch an das Markendesign angepasst.
Skoda hat den Rapid optisch an das Markendesign angepasst.
(Bild: Skoda)

Skoda hat dem Rapid vier Jahre nach dem Marktstart in Deutschland ein Facelift verpasst. Damit verbunden ist nach Aussage von Frank Jürgens, Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland,die Erwartung auf einen weiteren Anstieg der Verkaufszahlen für dieses Modell, das in der Wahrnehmung der tschechischen Marke immer ein wenig zu kurz kommt. Der Rapid sei „eine wichtige Säule unserer Wachstumsstrategie“, so Jürgens.

Absatzerwartungen in Zahlen nennt Skoda traditionell nicht. Klar ist aber, warum die Deutschlandzentrale für den Rapid noch Potenzial sieht. Weltweit war das Modell, das es als Stufenheck und Steilheck (Spaceback) gibt, im Jahr 2016 das zweitmeistverkaufte Fahrzeug des Fabrikats und stand für 18,9 Prozent des Absatzes. In Deutschland war zuletzt dagegen nur jeder zehnte neu zugelassene Skoda ein Rapid. Seinen Verkaufshöhepunkt hatte das Modell allerdings bereits im Jahr 2014 mit einem Zulassungsanteil von 11,4 Prozent am gesamten Skoda-Absatz.

Skoda Rapid: Unverkennbar ein Tscheche
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Bestellungen für den neuen Rapid nehmen die Händler nun entgegen, in den Handel kommen die Autos Mitte Juni. Allerdings hat die Händlerschaft nur gedämpfte Hoffnung auf zusätzliches Volumen. „Das Facelift wird den Absatz wohl eher auf dem bisherigen Niveau stabilisieren“, meint Jochen Schandert, Vorstandsmitglied des Skoda-Partnerverbands. Zwar gebe es immer Kunden, die das Modell gezielt nachfragen, auch für Um- und Aufsteiger vom Fabia sei das Modell interessant. Grundsätzlich komme das Absatzwachstum von Skoda derzeit aber zu 90 Prozent aus dem SUV-Segment. Und mit dem kleinen SUV Karoq bekommt der Rapid sogar einen zusätzlichen Intrabrand-Wettbewerber, was den Verkauf nicht einfacher machen wird.

Punkten will Skoda-Geschäftsführer Jürgens mit einem klassischen Kernmarkenwert des Importeurs: dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit einem Einstiegspreis von 15.790 Euro für den Rapid Spaceback und 100 Euro mehr für die Rapid Limousine macht der Importeur in der Kompaktklasse ein erschwingliches Angebot für junge Familien ebenso wie für Vernunftfahrer, die vor allem ein Transportmittel brauchen.

Das Stufenheck wird es hierzulande weiter schwer haben. Zuletzt hatten sich 97 Prozent der Käufer für das Steilheckmodell entschieden. Mit dem Rapid wendet sich Skoda zugleich an Kunden im Kompaktsegment, denen der Octavia, nominell auch immer noch ein Vertreter der Kompaktklasse, inzwischen eine Nummer zu groß geworden ist

Neue Basismotorisierung mit drei Zylindern

Für den Einstiegspreis in der Grundvariante Active gibt es allerdings nur den neuen, 70 kW/95 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Motor mit manuellem Fünfgang-Getriebe. Der reicht zwar aus, um auch im hügeligen Gelände des Taunus ordentlich voranzukommen, allerdings schnappt er bauarttypisch bei höheren Drehzahlen auch deutlich vernehmbar und leicht hysterisch nach Luft. Das muss man mögen, erst recht wenn – Zielgruppe junge Familien – bereits der nölende Nachwuchs an den Nerven zerrt. Skoda rechnet dennoch damit, dass sich 40 Prozent der Käufer für dieses Triebwerk entscheiden.

In den Ausstattungslinie Ambition – unter anderem inklusive Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln und Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung – liegt der Einstiegspreis bei 18.190 Euro, die edle Style-Variante beginnt bei 19.990 Euro (jeweils für den Spaceback). Das Infotainment-System von Skoda mit den Smartphone-Schnittstellen Android Auto und Apple Carplay ist allerdings bereits in der Grundvariante mit an Bord.

Dem Dreizylinder weichen musste der bisherige 1,2-Liter-Vierzylinder-Basisbenziner. Zur Wahl steht zudem ein weiterer Dreizylinder mit 81kW/110 PS. Die Top-Motorisierung des neuen Rapid-Zeitalters ist der 1,4 TSI mit 92 kW/125 PS in Verbindung mit einem Sieben-Gang-DSG-Getriebe. Den gibt es aber nur ab der Ausstattungsvariante Ambition für mindestens 21.590 Euro. Daneben gibt es noch zwei TDI-Motoren mit 66 kW/90 PS und 85 kW/116 PS.

Viel Platz auch im Fond

Optisch ist das Facelift keine Revolution. Die Spaceback-Versionen nach der Verjüngungskur erkennt man in erster Linie an einem breiten Chromstreifen im unteren Bereich der Frontschürze sowie an modifizierten Nebelscheinwerfern. Dazu gibt es nun serienmäßig LED-Heckleuchten. Mit den neuen grafischen Elementen ordnet sich der Rapid nun besser als zuvor in die Designsprache von Skoda ein.

Zudem soll der Rapid mit seinem Raumangebot und den Skoda-typischen Simply-Clever-Ideen punkten. Mit 65 Millimetern habe der Rapid Spaceback die größte Knie- und mit 1.014 Millimetern vorn und 980 Millimetern hinten die beste Kopffreiheit seines Segments, heißt es vom Importeur. Für vier Personen ist im Innenraum auch während der Testfahrt problemlos Platz, der Mittelsitz im Fond ist allerdings wohl nur für kürzere Strecken zu gebrauchen. Dafür ist die Gepäckzuladung kein Problem, der Kofferraum des Spaceback schluckt 415 Liter (bei umgeklappter Rückbank 1.381 Liter) und damit mehr als ein Golf.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«