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Skoda Superb iV – Eine echte Alternative zum Diesel?

Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Plug-in-Hybride werden unter anderem mit extrem niedrigen Verbrauchswerten beworben. Wie viel Sprit und Strom man tatsächlich nach 100 Kilometern verbraucht hat, zeigt eine Probefahrt des Skoda Superb iV.

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Als elektrische Reichweite für den Superb iV gibt Skoda 56 Kilometer an.
Als elektrische Reichweite für den Superb iV gibt Skoda 56 Kilometer an.
(Bild: Skoda)

Nur 1,1 Liter – so lautet der WLTP-Verbrauchswert für den neuen Skoda Superb iV. Möglich macht das die Plug-in-Hybridtechnik, die wahlweise Fahren mit Benzin und/oder E-Motor erlaubt. Recht weit verbreitet ist die Vermutung, der niedrige Verbrauch würde sich aus einer 100-Kilometer-Fahrt mit maximaler elektrischer Reichweite und der Bewältigung der restlichen Strecke mit Sprit berechnen. Tatsächlich aber wird im offiziellen Messverfahren der elektrische Anteil gewichtet.

Doch wie sieht es im Fall des neuen Skoda Superb iV aus, wenn man 100 Kilometer mit gut gefüllter Batterie zunächst rein elektrisch und dann den Rest mit Benziner fährt? Soviel vorweg: Er fuhr sich erfreulich sparsam, allerdings nicht so sparsam wie der Normwert vermuten lässt.

Skoda Superb iV: Aufbruch in die Elektromobilität
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Wie bei anderen Modellen des VW-Konzerns werden beim rund 42.000 Euro teuren Superb iV ein 1,4-Liter-Benziner, ein E-Motor und ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zu einem Antrieb geschmiedet, der eine Reihe verschiedener Fahrmodi erlaubt. Fahren lässt sich der Superb iV rein elektrisch, hybridisch und auf Wunsch mit voller Unterstützung beider Aggregate sogar sportlich.

Immerhin ist die Systemleistung mit 160 kW/218 PS üppig, was im Fall der Superb-Limousine eine Sprintzeit aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde in 7,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h erlaubt. Recht üppig ist auch die Speicherkapazität der fast 140 Kilogramm schweren Batterie mit immerhin 13 kWh. Das, so die Angabe des Herstellers, soll für 62 WLTP-Kilometer rein elektrischen Fahrens reichen.

Automatisch im E-Modus

Als wir unseren Testwagen mit einer – laut Bordcomputer – vollständig geladenen Batterie erhalten, werden 41 Kilometer rein elektrische Reichweite angezeigt. Die Fahrt führt vom Amsterdamer Flughafen nach Den Haag, mit hohem Anteil Stadtverkehr und etlichen Überlandpassagen mit Tempolimits von 70, 80 und 100 Kilometer pro Stunde – für eine effiziente E-Fahrt also gute Bedingungen. Wird der Superb per Druckknopf gestartet, geht er automatisch in den E-Modus mit konsequent emissionsfreier Fahrt, solange Strom zum Vortrieb zur Verfügung steht.

Angesichts des Streckenprofils ist konsequentes Stromern kein Problem, denn der 85 kW/116 PS starke E-Motor erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Sanft und geschmeidig, jedoch nicht geräuschlos setzt sich der 1,8-Tonner in Bewegung. Sobald das Fahrzeug anfährt, hört man sogar ein typisches Verbrennergeräusch, das erst jenseits der 20 Kilometer pro Stunde verstummt. Dieser Klang kommt allerdings nicht vom Ottomotor, sondern von einem Soundgenerator, der vor allem Fußgänger warnen soll.

Das Beschleunigungspotenzial im E-Modus reicht, um im Verkehr gut mitschwimmen zu können. Der reale Energievorrat des Akkus reicht indes nicht für eine längere Tour. Immerhin: Aus den ursprünglich 41 wurden am Ende unserer rein elektrischen Testrunde 43 emissionsfrei gefahrene Kilometer.

Batterie lädt sich dank Rekuperation auf

Kurz vor Ende des Stromvorrats blinkt noch einmal mahnend der rote Bereich der Batterieanzeige im Kombiinstrument auf, noch bevor die E-Reichweitenanzeige auf 0 fällt. Selbst dann geht es noch elektrisch weiter, allerdings nur kurz, bis sich endgültig der Benziner zu Wort meldet und im dann einsetzenden Hybridmodus weitgehend die Vortriebsarbeit übernimmt.

Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und der Benziner harmonieren vorzüglich. Eindeutig ist spürbar, dass hier mehr längsdynamisches Potenzial zur Verfügung steht, als wir auf dieser Strecke brauchen. Entsprechend bleibt auch der Verbrauch niedrig, zunächst steigt der Wert zwar kräftig um gut einen Zehntelliter pro Kilometer an, doch schnell verlangsamt sich der Zuwachs. Sogar heftig verlangsamt wird das Auto durch die Motorbremse der E-Maschine, die per Rekuperation Bewegungsenergie in elektrische Energie wandelt, die in die Batterie zurückgespeist wird.

Dank dieser Rückgewinnung war zwischendrin immer mal wieder kurzes Stromern möglich. Hier setzt der Superb iV seine effizienzsteigernde Hybridtechnik geschickt ein. Wohl auch dank Rekuperation zeigte der Bordcomputer nach exakt 100 Kilometer einen Benzinverbrauch von 2,9 Liter an. Angesichts dieses Wertes würden 100 Kilometer ohne E-Antrieb einen Verbrauch von 5,2 Liter bedeuten. Das ist durchaus sparsam, doch in Anbetracht des Streckenprofils auch kein Sparwunder, wie etwa der WLTP-Normverbrauch von 1,1 Liter erwarten lässt.

Verbrauch preislich mit Diesel vergleichbar

Zusätzlich zum Sprit- gibt es noch den Stromverbrauch. Hier konnte die Praxisfahrt keine verlässliche Auskunft geben. Fährt man eine volle Batterie leer, hat man gut 10 Kilowattstunden verbraucht. Diesen Wert vorausgesetzt, dürfte der Superb iV auf unserem 100-Kilometer-Test Energiekosten von rund 5 Euro für Benzin und 3 Euro Strom verursacht haben. Von den Betriebskosten her wäre das vergleichbar mit einem Diesel, zu dem der Wagen auch als grundsätzliche Alternative gedacht ist.

Über 80 Prozent der Superb iV will Skoda an Flottenkunden verkaufen, die traditionell vor allem Diesel als Dienstfahrzeuge eingesetzt haben. Theoretisch kann der Nutzer den Skoda sogar günstiger als einen Diesel fahren, wenn er ihn denn konsequent rein elektrisch bewegt. Ein vergleichbarer Superb Diesel ist zwar rund 2.000 Euro günstiger in der Anschaffung, dafür können Kunden beim Superb den Umweltbonus abrufen, mit dem sich der Kaufpreis um über 3.000 Euro verringern lässt.

Und Dienstwagennutzer müssen nur ein halbes Prozent des Neupreises ihres Fahrzeugs monatlich versteuern. So gesehen bietet der Teilzeitstromer gegenüber konventionell angetriebenen Schwestermodellen grundsätzlich Sparpotenzial.

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