Spezialwerkzeug: Drei kleine Nothelfer

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Oft scheitern vermeintlich einfache Reparaturen an Verkokung und Korrosion. Doch auch die Fahrzeughersteller machen den Werkstätten das Leben mit Neukonstruktionen schwer – frei nach dem Motto: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Die scharfen Zähne der Fräskrone reißen den Dichtring meist schon beim Anbohren los.
Die scharfen Zähne der Fräskrone reißen den Dichtring meist schon beim Anbohren los.
(Foto: Kunzer)

Das bernsteinfarbene Glühen der Motorkontrollleuchte bedeutet für den Geldbeutel des Fahrers oft „Alarmstufe Rot“. Vor allem Dieseldirekteinspritzmotoren mit hoher Laufleistung stellen die Werkstatt beim Ausbau defekter Teile vor große Herausforderungen.

Bekanntes Beispiel sind festgerottete Injektoren. Der Monteur muss beim Ausbau oft zu „schwerem Geschütz“ in Form von Ausziehbrücken oder Schlagabziehern greifen. Ist der Injektor endlich herausgezogen, wartet auch schon die nächste Nickeligkeit: der in fast unerreichbarer Tiefe des Injektorschachts festgebrannte Dichtring. Gelingt es dem Mechaniker nicht, den Dichring mit einer langen Hakennadel herauszufischen, musste er bisher mit langen dünnen Meißeln oder Ähnlichem versuchen, den Dichtring zu lockern. Dabei besteht natürlich die Gefahr, die Dichtfläche des Zylinderkopfs zu verletzen. Auch ein Bruchstück des Rings könnte in den Brennraum fallen – und zu einem Motorschaden führen.