40 Jahre Subaru Deutschland Stille Waldmeister und starke Weltmeister

Autor / Redakteur: sp-x / Yvonne Simon

Auch als weltgrößter Allrad-Pkw-Produzent und Erfinder von Crossover-Kombis bleibt Subaru zurückhaltend und so hat sich die Marke in Deutschland seit 40 Jahren in einer 4x4-Nische eingerichtet. Dort begeistern Forester und Outback Forstbeamte und Outdoorfans, während Sportler Adrenalin garantierten.

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Im September 1989 war Deutschlanddebüt und Marktstart des Legacy. Seit 2014 wird er hierzulande allerdings nicht mehr verkauft.
Im September 1989 war Deutschlanddebüt und Marktstart des Legacy. Seit 2014 wird er hierzulande allerdings nicht mehr verkauft.
(Bild: Subaru)

Vierradantrieb, dieses Thema machte vor 40 Jahren die Technikwelt verrückt. Immer mehr Allrad-Aktivisten eroberten den deutschen Automarkt, Gelände-Urgesteine wie Jeep und Land Rover mussten sich plötzlich den Markt mit Mercedes G-Klasse oder Suzuki Jimny teilen, vor allem aber war es der Audi quattro, der als Top-Ass in Sportwagenquartetts und als potentieller Rallye-Champion euphorische Begeisterung bewirkte.

Fast unbemerkt fiel dagegen im Herbst 1980 der deutsche Markteintritt von Subaru aus. Ausgerechnet der Start des damals weltweit einzigen Herstellers von Allrad-Limousinen, Kombis und Coupés in Millionenauflage wurde nur von wenigen Forstbeamten und Landwirten beachtet, die die japanischen 4x4-Pkw als pragmatische Mobilitätslösung für winterliche und rutschige Gebirgswege betrachteten.

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Bis sich die Nehmerqualitäten der robusten Japaner herumsprachen, sollte es in Deutschland einige Jahre dauern. Aber dann fand die technikverliebte und eigenwillige Marke einen festen Fankreis, der das Subaru-typische Antriebskonzept aus Boxermotoren und einem symmetrisch ausgelegten Allradantrieb für neutrale Fahreigenschaften nicht missen wollte.

Auch wenn die deutschen Verkaufszahlen von Subaru bis heute bescheiden bleiben, hält das die Japaner nicht von kreativen und adrenalinhaltigen Konzepten ab. Dafür stehen etwa der legendäre Rallye-Champion Impreza WRX STI, der aufregende Gran Turismo SVX, freche Micro-Vans und Beachcars wie Libero und Baja und vor allem die Marken-Ikonen Outback und Forester, mit denen Subaru das ganze SUV-Segment beschleunigte.

Emil-Frey-Gruppe sorgt für Bekanntheit

Es waren die Schweizer, die Subaru in Europa etablierten. Zuerst durch erstaunliche Verkaufserfolge in den alpin geprägten Kantonen der Eidgenossenschaft und dann als Retter für das rasch in rote Zahlen fahrende Gründungsteam von Subaru Deutschland. Der ersten Importzentrale fehlte es offenbar an Talent, die damals einzigen Pkw mit Frontantrieb und zuschaltbarem Vierradantrieb bundesweit bekannt zu machen.

Nur etwas über 200 Subaru 1800 4WD mit 60 kW/82 PS leistendem Boxer konnten im ersten Jahr verkauft werden, schlimmer noch: Rund 2.000 unverkaufte Allradler überfüllten die Lager. Eine fatale Situation, die 1981 durch das Engagement des Schweizer Subaru-Importeurs, der Emil-Frey-Gruppe, gedreht wurde. Als erster asiatischer Automarke gelang Subaru nun der Coup, deutsche Promis als Werbebotschafter zu verpflichten. In einer großen Marketingkampagne erklärten die erfolgreichen Skisportler Rosi Mittermaier und Christian Neureuther die Vorteile des Vierradantriebs.

Nun konnte Subaru auch in Deutschland nach jenen Sternen greifen, die die 1917 als Flugzeugbauer gegründete Marke im Logo führt. Als Autobauer fiel Subaru erstmals 1958 auf, damals zählte das kuriose Kei-Car Subaru 360 zu den frühen japanischen Volksautos. Im Jahr 1972 ging dann das bis heute markentypische Antriebsdoppel aus Boxermotor und Allradantrieb im Erfolgstyp Leone in Serie.

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