Stimmung im Kfz-Gewerbe so schlecht wie seit fünf Jahren nicht

Autohäuser und Werkstätten sind deutlich pessimistischer gestimmt

| Autor: Christoph Baeuchle

Auch beim Service sind die Werkstätten deutlich pessimistischer hinsichtlich der nächsten Monate.
Auch beim Service sind die Werkstätten deutlich pessimistischer hinsichtlich der nächsten Monate. (Bild: Promotor)

Die Stimmung in der Kfz-Branche hat sich deutlich eingetrübt. Der vom ZDK herausgegebene Geschäftsklimaindex ist auf den tiefsten Stand der vergangenen fünf Jahre gefallen. Mit einem Wert von 90,4 Punkten beurteilen die Autohäuser und Werkstätten die aktuelle Geschäftslage über alle drei Bereiche – Neu- und Gebrauchtwagenverkauf sowie Service – hinweg.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Index um knapp vier Punkte abgerutscht. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 ist die Kennziffer sogar um mehr als 13 Punkte abgesackt.

Nur jeder fünfte Betrieb (20,4 Prozent) bewertet die Geschäftslage im laufenden dritten Quartal als „gut“. Im Vorjahreszeitraum waren es immerhin noch mehr als jeder vierte (26,2 Prozent). 29,4 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent) berichten aktuell von einem „schlechten“, 50,3 Prozent (Vorjahr: 46,8 Prozent) von einem „befriedigenden bzw. saisonüblichen“ Gesamtgeschäft.

Die schlechte Stimmung spiegelt sich auch in den einzelnen Segmenten wider. Nur 17,1 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent) der Betriebe beurteilten die Geschäftsentwicklung bei Neuwagen von Juli bis September als „gut“. Entsprechend hoch ist der Anteil derer, die das Geschäft als „befriedigend bzw. saisonüblich“ oder als „schlecht“ beurteilen.

Gebrauchtwagenmarkt stockt

Spürbar hat der Gebrauchtwagenmarkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum nachgegeben. Ein „gutes“ Geschäft verzeichnen 17,7 Prozent der Befragten, im dritten Quartal 2018 waren es noch 22 Prozent. Jeweils ein Drittel der Befragten gab im gleichen Zeitraum 2018 und 2019 an, das Gebrauchtwagengeschäft laufe „schlecht“.

Noch deutlicher ist die Eintrübung im Werkstattgeschäft. Berichteten im Vergleichszeitraum 2018 noch 40,7 Prozent der Betriebe über eine „gute“ Werkstattauslastung, waren es aktuell nur noch 26,4 Prozent. 59,2 Prozent verzeichnen eine „befriedigende bzw. saisonübliche“, 14,4 Prozent eine „schlechte“ Auslastung.

Auch beim Ausblick auf das anstehende Quartal zeigen sich die Betriebe skeptischer. Aktuell gehen nur 19,7 Prozent der Befragten von einer Verbesserung gegenüber dem dritten Quartal aus, im Vorjahr hatten noch 33,4 Prozent diese Hoffnung. Rund zwei Drittel der Betriebe rechnen mit einer „gleichen bzw. saisonüblichen“ Entwicklung über alle Sparten hinweg.

Sorgen vor allem im Werkstattgeschäft

Vor allem beim Werkstattgeschäft gehen die Erwartungen zurück, nur 30,2 Prozent rechnen mit einer besseren Auftragslage, 2018 waren es noch 48 Prozent. Aber auch beim Handel mit Gebrauchtwagen und Neufahrzeugen sind die Aussichten im Vergleich zum Vorjahr deutlich eingetrübt.

Entsprechend schwach fällt der Indexwert über alle drei Segmente aus: Er fällt in allen Geschäftsbereichen auf 96,3 Punkte zurück, im Vergleichsquartal lag er noch bei 103,9 Punkten.

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