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Studie: Deutsche Premiumautos sind unzuverlässig

Autor: Christoph Seyerlein

Eine Studie von JD Power besagt, dass Premiumfahrzeuge in der Regel fehleranfälliger sind als Volumenmodelle. Im Markenranking erzielte ein japanischer Hersteller das beste Ergebnis, die deutschen Marken enttäuschten dagegen weitgehend.

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(Foto: Hiemann)

Autos deutscher Premiumhersteller sind fehleranfällig. Das ist eines der Ergebnisse, zu dem die Marktforscher von JD Power in ihrer aktuellen Studie „2019 Germany Vehicle Dependability Study“ kommen. Sie basiert auf den Antworten von 12.854 Besitzern von Fahrzeugen, die zwischen November 2015 und Januar 2018 zugelassen wurden.

Die Studie ermittelte Probleme, die während der letzten zwölf Monate bei Erstbesitzern von Autos in Deutschland auftraten. Die Autofahrer wurden dazu zwischen November 2018 und Januar 2019 befragt. Insgesamt erfassten die Studienautoren 177 Probleme in acht Kategorien – Karosserie, Fahrerlebnis, Funktionen/Bedienelemente/Displays (FCD), Audio/Kommunikation/Entertainment/Navigation (ACEN), Sitze, Heizung, Lüftung und Klimaanlage (HVAC), Fahrzeuginnenraum sowie Motor und Getriebe.

Im Branchendurchschnitt kamen dabei auf 100 Autos 115 Probleme. Alle deutschen Premiumhersteller schnitten allerdings deutlich schlechter ab. BMW (129 Probleme), Mercedes-Benz (137) und Audi (142) gehörten zu den schwächsten Marken und konnten beispielsweise nicht das Niveau von Premium-Konkurrent Volvo (111) halten.

Die Treue der Kunden zu den Marken sei bislang zwar ungebrochen, sagte Josh Halliburton, Europa-Chef bei JD Power. „Aber diese Treue wird nicht nachhaltig sein, wenn die Begeisterung für das Produkt, die zum Kaufzeitpunkt vorlag, durch die alltägliche Nutzungserfahrungen abgeschwächt wird“, so Halliburton. Er riet Audi, BMW und Mercedes, sich intensiver damit auseinanderzusetzen, „wie sie die Probleme beheben können, bevor Kunden anfangen, sich anderweitig umzusehen.“

Mitsubishi top, Mini flop

Fahrzeuge von Volumenfabrikaten präsentierten sich dagegen häufig weniger fehleranfällig als Premiummodelle. Das beste Gesamtergebnis erzielte Mitsubishi, mit einem Wert von 85 Problemen pro 100 Fahrzeugen. Mitsubishi-Deutschlandchef Kolja Rebstock zeigte sich darüber erfreut und sagte, dass die Auszeichnung ein Ansporn sei, „auch in Zukunft die Belange unserer Kunden als oberste Priorität zu sehen.“ Generell zeige das Ergebnis, dass Mitsubishi auf dem richtigen Weg sei – „über eine sehr erfolgreiche Modellpalette mit hoher Zuverlässigkeit bis hin zu vorbildlichem Kundenservice, den wir nur dank unserer Händler bieten können“, so Rebstock.

Beste deutsche Marke im Ranking war Smart auf Platz vier mit 90 Problemen pro 100 Fahrzeugen. Das abgeschlagene Schlusslicht bildete Mini (166).

Die Studienautoren räumten allerdings auch ein, dass Premiumfahrzeuge unter anderem deshalb fehleranfälliger seien, weil sie teilweise deutlich mehr Technik an Bord haben als Volumenmodelle. Trotz der eher schwachen Ergebnisse seien Premiumkunden zudem mit der Attraktivität ihrer Autos zufriedener. Außerdem sinkt bei Besitzern von Volumenfahrzeugen die Zufriedenheit schneller. Das häufigste Problemfeld bei Premiumautos war übrigens das Navigationssystem, bei Volumenmodellen streikte die Spracherkennung besonders oft.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«