Suzuki Ignis soll „Mikro-SUV“-Segment gründen

Autor: Christoph Seyerlein

Ab Mitte Januar 2017 gibt es nach zehn Jahren Abstinenz wieder einen Suzuki Ignis zu kaufen. Der hat mit seinem Vorgänger allerdings wenig gemein. Die Erwartungen des Herstellers an das Auto sind hoch: Er soll ein bisher konkurrenzfreies Segment besetzen.

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Am 14. Januar rollt der neue Ignis zu den deutschen Suzuki-Händlern.
Am 14. Januar rollt der neue Ignis zu den deutschen Suzuki-Händlern.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Suzuki bringt am 14. Januar 2017 den Ignis zurück – und hat mit dem Auto Großes vor. Nicht weniger als ein völlig neues Segment wollen die Japaner begründen, der Ignis soll das erste „Mikro-SUV“ auf dem Markt sein. Ein Auto, das die Vorzüge von kleinen Stadtwuslern mit denen wuchtiger Hochbeiner vereint.

Als Suzuki seinen letzten Ignis im Jahr 2007 einstellte, überwarf sich die damalige CSU-Spitze mit der Bahn und Industrie wegen des geplanten Transrapidbaus, anstatt wie heute mit Merkel wegen der politischen Ausrichtung. Statt dem Brexit bestimmte der Wechsel von Tony Blair zu Gordon Brown die Schlagzeilen in Großbritannien. Und das Wort des Jahres war „Klimakatastrophe“ statt „Flüchtlinge“. Auch die Autowelt sah damals noch anders aus: Der große SUV-Boom war vor 10 Jahren jedenfalls noch nicht so recht ins Rollen gekommen.

Suzuki Ignis: Der allererste „Micro-SUV“
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Aktuell ist dieser aber kaum zu bremsen. Und Suzuki will ihn sogar noch in neue Sphären hieven, weshalb der neue Ignis mit dem alten nicht mehr viel gemein hat. „Ein paar Ähnlichkeiten gibt es, aber wir vermarkten unseren neuen Ignis ganz gezielt nicht als Kleinwagen, sondern als SUV“, sagt ein Suzuki-Sprecher. Zwar klingt eine Fahrzeuglänge von gerade mal 3,70 Metern schwer nach Kleinstwagen, 18 Zentimeter Bodenfreiheit sprechen dagegen aber tatsächlich für einen Hochbeiner. Geboren ist das Mikro-SUV.

Ansprechen wollen die Japaner mit dem Ignis nach eigener Aussage die „Generation Y“, also junge Menschen, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden. Da in dieser Altersklasse das Budget zumeist doch eher begrenzt ist, spielt der Preis hier eine entscheidende Rolle. Die Basisversion des Ignis startet bei 11.900 Euro.

5.000 Einheiten eingeplant

Das soll viele junge Autointeressenten anziehen. „Wir planen aus unserer Sicht konservativ mit einem Absatz von 5.000 Modellen im ersten Verkaufsjahr in Deutschland“, sagt der Sprecher. Damit würde der Ignis auf einem ähnlichen Niveau liegen wie der SX4 S-Cross und hinter den beiden Hauptabsatzträgern Swift und Vitara vom Start weg eine wichtige Rolle einnehmen. Man sei aber zuversichtlich, dass die gesteckten Ziele auch frühzeitig geknackt werden könnten, so der Sprecher. In Japan, wo der Ignis bereits zu haben ist, habe Suzuki beispielsweise das Jahresabsatzziel bereits nach 6 Monaten übertroffen.

Zur Markteinführung wird Suzuki mit TV- und Radio-Spots sowie Printanzeigen aktiv, im Handel soll es zudem einige Aktionen geben, die nach Angaben des Herstellers allerdings noch nicht über die Planungsphase hinaus sind. Wirkliche Konkurrenz für das Auto sieht Suzuki nicht – schließlich schaffe man ja ein ganz neues Segment. Und tatsächlich fällt eine Einordnung in den Wettbewerb schwer. Am ähnlichsten dürften dem Ignis noch der Fiat Panda Cross und der Smart Forfour sein.

Vorne hui, hinten naja

Optisch ist der neue Suzuki durchaus ein Blickfang – was nicht immer nur positiv behaftet sein muss. An der Front gibt es wenig auszusetzen, sie vermittelt gemeinsam mit den ausgestellten Radhäusern einen bulligen Eindruck, der durchaus auf ein SUV hindeuten könnte. Auch von der Seite kann sich der Ignis sehen lassen, was sich die Designer allerdings beim Heck gedacht haben, bleibt wohl ihr Geheimnis. Klar, Aussehen ist Geschmackssache, aber dieses angeschrägte Hinterteil ist zumindest höchst gewöhnungsbedürftig.

Die Motorenauswahl beim Ignis ist zum Marktstart sehr begrenzt, es gibt lediglich einen 1,2 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit 66 kW/90 PS. Ebenfalls nur eine Wahl bleibt Fahrern zunächst, um die 120 Newtonmeter Drehmoment (bei 4.400 Umdrehungen) zu verwalten, der Ignis bietet lediglich ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Eine Automatikvariante könnte bei entsprechender Nachfrage aber folgen. Von 0 auf 100 geht es in 12 Sekunden, Schluss ist bei 170.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«