Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg ergebnislos vertagt

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Gehalt

| Autor: Christoph Baeuchle

In Filderstadt verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer über höhere Gehälter.
In Filderstadt verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer über höhere Gehälter. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die erste Runde der Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbe ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die beiden Tarifparteien, die Verhandlungskommissionen der Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes Baden-Württemberg und die IG Metall, trafen sich am Mittwoch, den 8. Mai, in Filderstadt. Ziel sind neue Entgelttarifverträge für die rund 53.000 Beschäftigten in Autohäusern und Kfz-Werkstätten.

Die Arbeitgeber betonten, zu einer moderaten Anhebung der Vergütungen bereit zu sein. „Die Herausforderungen der Branche – Digitalisierung, Elektrifizierung und technologischer Fortschritt – machen jetzt und in den kommenden Jahren aber erhebliche Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und damit die Beschäftigungssicherung nötig“, betonte Carsten Beuß, Geschäftsführer der Tarifgemeinschaft.

Zudem verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Die Konjunktur kühlt sich spürbar ab, und die Entwicklung des Geschäfts im Kfz-Gewerbe ist angesichts einer Umsatzrendite nur knapp oberhalb von einem Prozent nur oberflächlich positiv“, so Beuß. Für überzogene Tarifforderungen sei daher kein Raum, vielmehr sei ein Tarifabschluss mit Augenmaß notwendig.

Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent mehr Entgelt, Veränderungen in der Vergütungsstruktur und eine Vergütung für Berufsfachschüler wie im ersten Ausbildungsjahr. „Berufsfachschüler sind Schüler, die ein Praktikum absolvieren, keine Auszubildenden. Eine tarifliche Vergütung ist daher aus unserer Sicht nicht möglich“, erteilt Beuß eine Absage. Änderungen an der Vergütungsstruktur seien für die Arbeitgeberseite nur bei Kostenneutralität denkbar. „Versteckte Tariferhöhungen durch die kalte Küche lehnen wir ab.“

Die Tarifgespräche sollen voraussichtlich Mitte Juni in kleiner Runde fortgesetzt werden, um zunächst die inhaltlichen Aspekte weiter zu beraten und deren wirtschaftliche Auswirkungen zu beleuchten.

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