Tata Nano: Mofa mit Dach

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Reduce to the max

In Deutschland hat der Nano keine Zulassung. Der Zulieferer Continental kaufte den Nano QX für 2.100 Euro in Indien und holte ihn zu Testzwecken nach Regensburg. Thomas Corell ist im Unternehmen für den Bereich „Affordable Cars“ zuständig, also für Autos, die auch für Menschen mit sehr schmalem Geldbeutel erreichbar sind. Im Nano kommen viele Teile deutscher Zulieferer zum Einsatz, darunter eine Treibstoffpumpe von Continental. „Der Nano ist natürlich ein Auto ganz am unteren Ende der Preisskala, in Europa wäre der Wagen so nicht verkäuflich“, sagt Thomas Corell. Seine Firma rechnet in Europa alle Autos mit einem Neupreis unter 9.000 Euro den „Affordable Cars“ zu.

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In diesem Segment sind vor allem effiziente und kostengünstige Lösungen gefragt. „Man muss in Indien oder China auch lokal produzieren und entwickeln, um den Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Thomas Corell. Für die Zulieferer bieten diese aufstrebenden Märkte große Chancen, denn ihr Know-how ist gefragt. „Die asiatischen Hersteller haben noch Defizite bei der Integration verschiedener Systeme“, sagt Corell. Während bei vielen Herstellern die Anzahl der Steuergeräte immer weiter steigt, kommt es bei den „Affordable Cars“ vielmehr darauf an, den Elektronikanteil auf ein Minimum zu reduzieren.

Es gibt viel zu tun ...

Auch wenn das Thema Billigautos spätestens seit dem Riesenerfolg von Dacia in Europa angekommen ist und einige Tata-Modelle bereits in Ländern wie Italien verkauft werden, kann man sich ein Fahrzeug wie den Nano auf dem deutschen Markt nur schwer vorstellen. Trotzdem kündigte Carl-Peter Forster, ehemals Chef bei GM in Europa und jetzt bei Tata in Indien, erst vor kurzem in einem Interview an, dass der Nano in vier bis fünf Jahren auch nach Europa komme. Er soll bis dahin aber stark überarbeitet werden. Die Ausschreibungen an die Zulieferer laufen bereits, berichtet Thomas Corell: „Es wurden Komponenten wie Motormanagement, ABS und ESP angefragt.“ Einen Markt für das Kleinstvehikel gäbe es bestimmt – fragt sich nur, wie billig es dann noch wäre: Mit zeitgemäßer Sicherheitsausstattung könnte man einen Preis unterhalb von 2.000 Euro sicher nicht einhalten.

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