Technische Daten: Kampf ums Gold des Elektronikzeitalters

Das sollten Werkstätten wissen

| Autor: Steffen Dominsky

Informationssystem für technische Daten und Reparaturinformationen gehören zum täglichen Handwerkszeug einer jeden Kfz-Werkstatt.
Informationssystem für technische Daten und Reparaturinformationen gehören zum täglichen Handwerkszeug einer jeden Kfz-Werkstatt. (Bild: HGS)

Technische Daten sowie Wartungs- und Reparaturinformationen: Ohne sie würde in einem modernen Kfz-Betrieb nichts laufen – gar nichts. Allen voran freie Betriebe sind auf die eine möglichst umfassende Versorgung mit entsprechenden Informationen angewiesen. Diese beziehen sie von ihrem Teilegroßhändler, von ihrem Werkstattsystemgeber, von ihrem Diagnoseanbieter oder von sogenannten Datenlieferanten. Letztere versorgen in aller Regel auch die Systeme der drei erstgenannten, doch kaum einer kennt diese Unternehmen. Als „hidden Champions“ sorgen sie dafür, dass die Ersatzteilindustrie aber vor allem Werkstätten die Informationen bekommen, die sie für ihre tägliche Arbeit „nach Herstellervorschrift“ benötigen.

Dabei haben es die Autodatas, Hanyes-Pros und Tec-Alliances dieser Welt nicht leicht. Immer wieder grätschen die Fahrzeughersteller in ihr Geschäftsmodell hinein, mit Produkten und Dienstleistungen die EU-Vorgabe eines fairen freien Wettbewerbs nach definierten Spielregeln zu ermöglichen. Deshalb regelt Brüssel regelmäßig nach. So verlangt eine neue, kürzlich beschlossene und ab September 2020 greifende EG-Typgenehmigungsverordnung von den OEMs, technische Daten in einer Art und Weise zur Verfügung zu stellen, die auch maschinenverwertbar ist.

Das war bislang nicht der Fall. Auch ist die neue Vorschrift nicht mehr an der Abgasgesetzgebung fest gemacht: Sie gilt für alle Fahrzeuge, egal ob Verbrenner oder E-Fahrzeug. Damit sorgt sie dafür, dass der freie Markt künftig besser und vor allem schneller mit wichtigen Informationen, sprich Daten versorgt wird.

Produzierten Autobauer bislang nur Autos, werden sie immer öfter Anbieter von Servicedienstleistungen. So drängen immer mehr Hersteller mithilfe des Business-Call (B-Call) im Zuge der verpflichtenden Einführung des Emergency-Calls (E-Call) in den Markt. Im Fall einer Wartung oder eines Defekts steuern sie das Fahrzeug direkt zu einem von ihnen bestimmten Servicepartner und damit am freien Markt vorbei. Um diesem und dem Marktwächter EU den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben sich die Fahrzeughersteller 2014 im Rahmen des Konzepts „Extended Vehicle“ zusammengetan. Eine webbasierte Plattform namens „Nevada“ soll für Chancengleichheit beim Zugang zu technischen Fahrzeugdaten sorgen. Das tut sie aber nicht!

Weshalb, das erfahren Teilnehmer der Fachtagung freie Werkstätten und Servicebetriebe. Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltung sowie zu den Referenten und Fachausstellern gibt es unter www.freie-service.de.

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