Tesla holt sich externe Partner für das Gebrauchtwagengeschäft

Hersteller kehrt von reiner Inhouse-Strategie ab

| Autor: Christoph Seyerlein

Tesla will sein Gebrauchtwagengeschäft professionalisieren.
Tesla will sein Gebrauchtwagengeschäft professionalisieren. (Bild: Tesla)

Bislang verfolgt Tesla beim Vertrieb eine strikte Inhouse-Strategie. Seine Autos verkauft der Hersteller im Direktvertrieb, eine Zusammenarbeit mit eigenständigen Händlern gibt es nicht. Nun kehren die Kalifornier davon offenbar erstmals zumindest teilweise ab. Wie der US-Nachrichtensender „CNBC“ berichtet, kooperiert Tesla künftig mit externen Partnern, um sein Gebrauchtwagengeschäft zu professionalisieren.

Der Bericht nennt unter anderem Manheim und Adesa als Kooperationspartner und beruft sich dabei auf interne Tesla-Quellen. Die Beteiligten selbst wollten den Artikel nicht kommentieren. Manheim ist ein Portal, das zu Cox Enterprises gehört, Adesa ist Teil von Kar Auction Services. Beide sollen Tesla offenbar dabei helfen, Gebrauchtwagen besser verwalten zu können, die notwendigen Inspektionen im Blick zu behalten, die Aufbereitung zu beschleunigen und damit letztlich den Weiterverkauf zu vereinfachen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte zuletzt wegen der schnell steigenden Produktion des Model 3 gesagt, sich in der „Auslieferungs-Hölle“ zu befinden. Zwar war jene Aussage auf den Neuwagen-Bereich bezogen, mit einem steigenden Bestand wächst die Bedeutung des Gebrauchtwagengeschäfts. Eine Rolle spielt dabei, dass Tesla im dritten Quartal 2016 ein 2-Jahres-Leasingmodell für Model S und Model X eingeführt hatte und sich nun zunehmend um die Rückläufer kümmern muss.

Auch aktuelle Stellenausschreibungen Teslas deuten darauf hin, dass die Kalifornier ihr Gebrauchtwagengeschäft ausbauen wollen. Beispielsweise sucht der Hersteller nach „Qualitätsspezialisten für Gebrauchtwagen“, einem „Remarketing Manager“ oder „Verkaufsberatern für Gebrauchtwagen“. In den Ausschreibungen spricht Tesla davon, eine Standzeit von 30 Tagen oder weniger für Gebrauchte anzupeilen. Außerdem weist der Hersteller darauf hin, im Gebrauchtwagengeschäft mit Dritten zusammenzuarbeiten, um „schnelle und hochwertige Reparaturen“ anbieten zu können.

Gemeinsamer Elektro-Van mit Daimler?

Aber auch produktseitig könnte sich Tesla in Zukunft anderen Marktteilnehmern öffnen. Bei Twitter reagierte Elon Musk auf einen User, der sich enttäuscht gezeigt hatte, dass Tesla aktuell kein ähnliches Modell wie den von Daimler angekündigten elektrischen Sprinter im Angebot habe. Musk schrieb dazu: „Es könnte für uns interessant sein, mit Daimler/Mercedes gemeinsam an einem Elektro-Lieferwagen zu arbeiten. Der Sprinter ist ein großartiger Van. Wir werden das untersuchen.“ Daimler selbst reagierte mit einem Tweet: „Vielen Dank für die Blumen.“ Näher auf Musks Gedankenspiele gingen die Stuttgarter aber nicht ein. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte aber erst kürzlich gesagt, eine Kooperation mit Tesla in der Zukunft nicht ausschließen zu wollen.

Die beiden Hersteller hatten in der Vergangenheit schon einmal zusammengearbeitet. Für die elektrische B-Klasse, die 2014 auf den Markt kam, hatte Tesla die Batterie und die E-Maschine geliefert. Zu jener Zeit hielt Daimler zudem rund vier Prozent am kalifornischen Autobauer, stieß die Anteile jedoch wenig später ab.

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