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Tesla: Neuer Bordcomputer soll Modelle autonomer machen

| Autor: Christoph Seyerlein

Ein neuer Bordcomputer soll Teslas Autos beim autonomen Fahren nach vorne bringen. Im Marketing zeigt sich der Hersteller dabei mal wieder forsch: Noch in diesem Jahr soll „automatisches Fahren innnerorts“ möglich sein – obwohl das hierzulande gar nicht erlaubt ist.

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Autonomes Fahren genießt bei Tesla hohe Priorität.
Autonomes Fahren genießt bei Tesla hohe Priorität.
(Bild: Uwe Rattay)

Tesla-Chef Elon Musk will in den kommenden Monaten die Bordcomputer in hunderttausenden Modellen austauschen lassen. Im neuen Hardware-3.0-Computer soll ein KI-Chip verbaut sein, der mehr autonome Fahrfunktionen ermöglicht als bislang. Zunächst berichtete das Portal Electrek darüber.

Später legte Musk via Twitter nach: Wer beim Kauf seines Tesla-Modells das sogenannte „Full-Self-Driving-Paket“ geordert habe, bekomme das Upgrade kostenlos. Bei der Umrüstung will Tesla keine Änderungen an den Sensoren oder dem Kabelbaum vornehmen. Die Aktion werde allerdings erst dann starten, wenn auch ein entsprechendes Softwareupdate verfügbar sei, sagte Musk.

Das „Full-Self-Driving-Paket“ hatten die Kalifornier erst vor wenigen Wochen eingeführt. Seitdem können Kunden zwischen zwei Assistenzsystem-Angeboten wählen. Das „Autopilot-Paket“ (3.100 Euro Aufpreis in Deutschland) enthält Funktionen wie automatisches Lenken, Beschleunigen und Bremsen unter Berücksichtigung von Fahrzeugen und Fußgängern auf der eigenen Spur.

Die Option „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ kostet Kunden in Deutschland 5.200 Euro Aufpreis. Sie verspricht den Käufern neben den genannten Funktion noch weitere Features. Laut Tesla-Konfigurator sind das:

  • Navigieren mit Autopilot-Funktionalität: automatische Fahrt auf Autobahnen von der Ein- bis zur Ausfahrt einschließlich Autobahnkreuzen und Überholen von langsameren Fahrzeugen.
  • Einparkautomatik: paralleles und rechtwinkliges Einparken.
  • „Herbeirufen“: Ein geparkter Tesla soll Fahrer oder Fahrerin auf Parkplätzen finden und zu ihm/ihr kommen.

Tesla verspricht: „Automatisches Fahren innerorts“ noch 2019

Bis Ende des Jahres will Tesla zudem noch ermöglichen, dass die Fahrzeuge Ampeln und Stoppschilder selbst erkennen und automatisch anhalten und wieder anfahren. Außerdem spricht der Hersteller davon, dass die Modelle mit dem Komplett-Paket bis Ende des Jahres innerorts „automatisch fahren“ können. Das erscheint allerdings unwahrscheinlich, da das hierzulande rechtlich aktuell nicht erlaubt ist. Auch Tesla selbst muss im Kleingedruckten auf der eigenen Website einschränken, dass „für den autonomen Betrieb“ gesetzliche Genehmigungen erforderlich sind, „die je nach Rechtsprechung noch länger dauern dürften“.

Erstaunlich erscheint die Ankündigung, noch in diesem Jahr „Automatisches Fahren innerorts“ zu ermöglichen, auch deshalb, da Tesla in der Vergangenheit bereits öfter dafür kritisiert wurde, Kunden nicht ausreichend davor zu warnen, dass autonomes Fahren noch nicht möglich ist. Mehrere Unfälle, bei denen Tesla-Fahrer sich voll auf den Autopiloten verließen, endeten bereits tödlich.

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