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Thunder Power: Das Grollen kommt näher

Redakteur: Christoph Baeuchle

Vor zwei Jahren machte Thunder Power erstmals auf der IAA auf sich aufmerksam. In diesem Jahr brachte der taiwanesische Hersteller nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern auch konkretere Pläne für Europa mit. Vertriebschef Christopher Nicoll kündigt für 2020 den Markteintritt in Europa an.

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Christopher Nicoll, Vertriebs- und Marketingchef Thunder Power, will mit der Marke nach Europa kommen.
Christopher Nicoll, Vertriebs- und Marketingchef Thunder Power, will mit der Marke nach Europa kommen.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Herr Nicoll, Thunder Power steht in den Startlöchern. Wann wird das erste Fahrzeug ausgeliefert?

Christopher Nicoll: Dies ist für 2019 geplant. Unsere ersten Schritte machen wir in China. Etwa zwölf Monate später, also 2020, wollen wir nach Europa und auch nach Deutschland kommen.

In China und Taiwan können Interessierte bereits knapp 3.000 Euro anzahlen und reservieren. Wie viel Reservierungen haben Sie schon?

Dazu äußern wir uns nicht.

Tesla hat beim Model 3 in 24 Stunden rund 180.000 Reservierungen erhalten.

Wir nennen keine Zahlen.

Sehen Sie Tesla als Hauptwettbewerber?

Wir waren bereits vor zwei Jahren auf der IAA. Wir haben ein E-Konzeptauto vorgestellt und mit vielen Journalisten gesprochen. Die meisten fragten: ‚Glauben Sie, dass das Concept Car eine gute Idee ist? Will der Kunde das?‘ Jetzt höre ich solchen Fragen nicht mehr. Elektromobilität hat an Bedeutung gewonnen, die Diskussion ist durch. Aber für uns ist etwas ganz anderes entscheidend.

Was?

Wenn wir auf den Markt kommen, ist Elektromobilität Mainstream. Unsere Fahrzeuge müssen gut genug sein, damit die Kunden bereit sind, vom Verbrenner auf ein Elektroauto zu wechseln.

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Wie viel Jahre liegen zwischen Thunder Power und Tesla?

Das weiß ich nicht, da ich die Entwicklungspläne von Tesla nicht kenne. Tesla ist bestimmt ein wichtiger Player im Markt, aber wir vergleichen uns nicht mit Tesla. Unser Fokus liegt auf dem Markt: Wir kommen im richtigen Moment und haben eine große Chance. Das gilt besonders für China.

Mit rund 60.000 Euro ist das Fahrzeug nicht gerade ein Schnäppchen.

Wir wollen kein Schnäppchen anbieten. Mit 60.000 Euro kann man etliche schöne Autos kaufen, es ist eine psychologische Grenze. Für uns sind 60.000 Euro ein guter Einstiegspreis.

Spielt der Preis eine entscheidende Rolle auf dem Weg nach Europa?

Wir sind weder billig noch teuer. Der Preis entspricht dem Produkt. Unser Fahrzeug ist kein Kompromiss zum Verbrenner. Ein Kunde, der zuvor einen Benziner oder Diesel gefahren ist, soll ohne Angst und Vorurteile umsteigen können.

Das dürfte nicht leicht sein.

Unsere Ingenieure haben das Chassis in Deutschland und Italien entwickelt, es ist auf dem neuesten Stand der Technik und bietet ein hervorragendes Handling. Hinzu kommt eine Reichweite von 650 Kilometern. Ein Fahrer, der sportliches Fahren gewohnt ist, hat das gleiche Erlebnis wie mit dem Verbrenner auf einer langen Strecke.

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