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Überraschende Erfahrung: Im Kia K7 durch Korea

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Korea ist ein eigenwilliges Land. So westlich und vertraut es uns in vielen Ecken vorkommt, bietet es nur zwei Kurven weiter immer wieder Grenzerfahrungen – kulinarisch wie politisch. Und mit seinen Autos ist es nicht anders.

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Der Kia K7 braucht sich vor den Limousinen der etablierten deutschen Hersteller nicht zu verstecken.
Der Kia K7 braucht sich vor den Limousinen der etablierten deutschen Hersteller nicht zu verstecken.
(Bild: sp-x/Benjamin Bessinger)

Auf den ersten Blick ist alles wie immer und die Auffahrt vor dem Grand Hyatt steht voll großer Limousinen in dezentem Schwarz und schmuckem Silber. Erst wenn man genauer hinschaut, erkennt man einen Unterschied. Denn was aussieht wie die üblichen Verdächtigen von Audi, BMW und Mercedes, entpuppt sich als Luxusliner des Hyundai-Ablegers Genesis, als Kia, Ssangyong, Chevrolet oder als Samsung.

Schließlich steht das Grand Hyatt nicht in Berlin, Brüssel oder Boston, sondern in Seoul. Und hier in der koreanischen Hauptstadt ist selbst der Luxusmarkt fest in der Hand der heimischen Hersteller, die über 80 Prozent der jährlich rund 1,6 Millionen Neuzulassungen halten.

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Trotzdem fühlt sich irgendwie alles ungewöhnlich vertraut an, wenn man mit einem Auto wie dem Kia K7 durch die Zehn-Millionen-Metropole fährt. Draußen, weil man auch in fremden Schriftzeichen bekannte Schriftzüge erkennt und die Häuserschluchten in Seoul mit ihren internationalen Franchise-Ketten kaum anders aussehen als in Stuttgart, Stockholm oder Shanghai. Nur dass der Verkehr hier gesitteter und weniger aufgeregt dahin kriecht als in vielen anderen Städten. Und dass die Autos alle besser aussehen. Denn der Koreaner ist so verliebt in seinen Wagen, dass er ihn ständig wienert und poliert und sogar die Schaumstoffpolster und Schutzfolien von der Auslieferung dran lässt, damit er möglichst lange nagelneu aussieht.

Und drin fühlt man sich wie immer, weil die koreanische Limousine, der es mit ihren 4,97 Metern nur für Platz zwei in der Kia-Palette reicht, einem ähnlich großen Fünfer BMW oder einer Mercedes E-Klasse in kaum etwas nachsteht. Gestern noch ein schmuckloser Billiganbieter, bewegt sich Kia mit dem K7 ganz selbstverständlich in der Business-Klasse und stiehlt den Dominatoren aus Deutschland nicht nur mit dem frischeren Design die Schau.

Nobel und komfortabel

Man thront auf einem Sessel, der sich bequemer einstellen lässt als die Massageliegen draußen am Flughafen Incheon, der Blick schweift über dickes Leder und noble Konsolen, bevor er in einem schmucken Cockpit hängen bleibt oder von eine Head-Up-Display doch wieder auf die Straße gezogen wird und wo man den K7 anfasst, fühlt er sich gut an.

Schon der Fahrer wähnt sich gut aufgehoben. Und in der zweiten Reihe sitzt man erst recht erstklassig. Weil sich die Koreaner wie alle Asiaten lieber chauffieren lassen als selbst zu lenken, ist die Beinfreiheit bei einem Radstand von 2,86 Metern ausgesprochen großzügig, das Sofa ist nicht minder bequem wie die Sessel in der ersten Reihe, es gibt natürlich eine eigene Sitzheizung, eine eigene Klimazone und teilweise Jalousien für die Privatsphäre, und weil hinten zumeist der Chef sitzt, kann man den Beifahrersitz auch aus dem Fond heraus nach vorne surren lassen.

Also alles wie immer? Nicht ganz. Denn wie so oft in Korea liegen die Überraschungen im Detail – auf der Speisekarte zum Beispiel, wo sie einem bisweilen tatsächlich Hundefleisch im Eintopf verkaufen wollen, in der Seoul Auto Gallery, weil sie von außen aussieht wie ein Parkhaus und drinnen zu den größten Händlern gebrauchter Luxus-Autos zählt.

Brillante und detailreiche Grafiken

Oder eben auf dem großen Infotainment-Bildschirm des K7, wo man selbst ohne lokale Sprachkenntnisse schnell das Navigationsmenü findet und aus dem Staunen kaum mehr herauskommt. Denn nirgendwo sonst gibt es so brillante Grafiken und so detailreiche Karten wie in der Heimat der Handys von Samsung & Co. Selbst Parkverbote sind, mitsamt der zeitlichen Einschränkungen eingezeichnet und auf den meisten 3D-Animationen stimmen sogar die Farben der Leuchtreklamen mit der Wirklichkeit überein.

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