Alternative Antriebe VdTÜV-Merkblatt zur Umrüstung auf Brennstoffzellen-Antriebe

Autor: Peter Diehl

Ein neues Merkblatt des VdTÜV soll bei der Umrüstung von konventionell angetriebenen Fahrzeugen auf Brennstoffzellen-Systeme unterstützen. Es geht um Dichtigkeit, Crashsicherheit und Umweltverträglichkeit. Was noch fehlt, sind spezifische Prüfvorgaben für die HU.

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Bei der Umrüstung konventionell angetriebener Fahrzeuge auf Brennstoffzellen-Systeme geht es insbesondere um Nutzfahrzeuge im Fernverkehr.
Bei der Umrüstung konventionell angetriebener Fahrzeuge auf Brennstoffzellen-Systeme geht es insbesondere um Nutzfahrzeuge im Fernverkehr.
(Bild: MAN)

Der Verband der TÜV e. V. (VdTÜV) weist auf sein neues Merkblatt 766 „Fahrzeuge mit Wasserstoffsystemen im Einzelgenehmigungsverfahren“ hin. Mit Wasserstoffsystemen gemeint seien vorrangig Antriebe mit Brennstoffzellen, weniger solche, die Wasserstoff in Hubkolbenmotoren verbrennen, wie Unternehmenssprecher Maurice Shahd auf Anfrage mitteilte. Im Merkblatt enthalten sind technische Anforderungen, die für einen sicheren Betrieb der Fahrzeuge notwendig sind und an denen sich Umrüster im Rahmen eines Einzelgenehmigungsverfahrens orientieren können. Hintergrund sind mögliche und von der Bundesregierung geförderte Umrüstungen von konventionell angetriebenen Fahrzeugen auf Brennstoffzellen-Systeme, vor allem von Nutzfahrzeugen im Fernverkehr.

VdTÜV-Fahrzeugtechnik-Experte Frank Schneider geht ins Detail: „Das Merkblatt des TÜV-Verbands enthält unter anderem technische Anforderungen an die Dichtigkeit der Wasserstofftanks, die Crashsicherheit und die Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge, die bei der Umrüstung beachtet werden müssen. Die umgerüsteten H2-Fahrzeuge werden im Rahmen einer Einzelgenehmigung geprüft und dann für den Straßenverkehr in Deutschland und den anderen EU-Staaten zugelassen.“ Nicht vernachlässigt werde dürfe die Überwachung der Fahrzeuge im Rahmen der HU, für die bislang keine spezifischen Prüfvorgaben existierten. Frank Schneider wörtlich: „Hier bedarf es durch den Verordnungsgeber einer baldigen Erweiterung der Prüfvorgaben, um die Sicherheit der Fahrzeuge über den Lebenszyklus gewährleisten zu können.“

Das VdTÜV-Merkblatt 766 wurde von den TÜV-Unternehmen sowie der TÜV-Dekra-Kooperation „arge tp 21“ erstellt und mit den Branchenverbänden ZDK und ZKF abgestimmt. Es ergänzt das zuvor entwickelte Merkblatt 764 für die Umrüstung von Fahrzeugen auf batterieelektrische Antriebe. Abrufbar ist das Merkblatt 766 im Shop des VdTÜV unter https://shop.tuev-verband.de.

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 Peter Diehl

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Fachredakteur Automobiltechnik und -reparatur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG