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Verdacht auf Geldwäsche: Nur wenige Meldungen von Kfz-Händlern

Autor: Christoph Baeuchle

Die von Geldwäsche betroffenen Branchen reagieren sensibler auf mögliche illegale Geschäfte. Das gilt auch für die Kfz-Branche. Doch die Zahl der von Händlern erstatteten Meldungen ist nach wie vor gering. Das birgt Risiken.

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Vor allem Kreditinstitute melden zahlreiche Verdachtsfälle in Sachen Geldwäsche.
Vor allem Kreditinstitute melden zahlreiche Verdachtsfälle in Sachen Geldwäsche.
(Bild: Deutsche Bundesbank)

Die Sensibilität für Geldwäsche steigt: Bei der beim Zoll angesiedelten Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (Financial Intelligence Unit – FIU) gingen im vergangenen Jahr mehr als 77.000 Verdachtsmeldungen ein, 29 Prozent mehr als 2017. Seit dem Jahr 2008 hat sich das jährliche Meldeaufkommen verelffacht.

Vor allem aus dem Finanzsektor kommen die Verdachtsmeldungen: Mit mehr als 76.000 Meldungen sind insbesondere Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute für Geldwäsche sensibilisiert.

Anders sieht es im Nicht-Finanzsektor bei den Güterhändlern aus: Zwar sind die Meldungen hier von 398 im Jahr 2017 auf 597 im Jahr 2018 deutlich gestiegen, aber nach wie vor auf geringem Niveau. Innerhalb dieser Gruppe stellen Kfz-Händler mit 71 Prozent aller aktiven Melder und über 60 Prozent der Meldungen die größte und meldestärkste Untergruppe von Verpflichteten dar.

Allerdings ist ein genauerer Blick notwendig, wie das FIU hervorhebt: Bei den 2018 abgegebenen Verdachtsmeldungen von Kfz-Händlern und den Meldungen, bei denen der explizite Meldungsgrund „Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von Kraftfahrzeugen“ angegeben war, zeigte sich, dass nur 30 Prozent der Meldungen von Kfz-Händlern stammen. Zwei Drittel der entsprechenden Verdachtsmeldungen kamen von Kreditinstituten.

Bei Nichtmeldung droht das „Prangerprinzip“

Kfz-Händler sind verpflichtet, Auffälligkeiten zu melden. Kommen sie dem nicht nach, drohen nicht nur empfindliche Geldbußen, sondern auch das sogenannte „Prangerprinzip“. Die Behörden veröffentlichen den Verstoß und den verantwortlichen Geschäftsführer auf ihren Internetseiten. In so einem Fall kann sich der Betrieb von jedem öffentlichen Auftrag verabschieden.

Die Behörden sehen Kfz-Händler in einer besonderen Position. Denn sie haben häufig einen direkten Kontakt zum Käufer und können somit Auffälligkeiten auf persönlicher Ebene feststellen. Häufige Meldegründe sind hier beispielsweise die Einbeziehung Dritter bei Verkaufsgesprächen, Bezahlung oder Abholung des Fahrzeugs. Ebenso werden Probleme bei der Identifizierung des Käufers gemeldet, wobei auch gerade die gezielte Vermeidung des persönlichen Kontakts oftmals ein Meldegrund ist.

Kreditinstitute hingegen haben detaillierte Kenntnisse über die Kontenführung ihrer Kunden und die Möglichkeit, präzise definierte Filter auf große Datenmengen anzuwenden. Sie berichten beispielsweise über die Aufteilung des Kaufpreises auf mehrere Überweisungen (oft von verschiedenen Konten, manchmal von verdächtigen Auslandskonten) oder über höhere Bareinzahlungen zum Kauf eines Kfz.

Weitere Infos gibt eine Broschüre des ZDK

Solche Hinweise hat die FIU auch in ihrem Typologiepapier für die Kfz-Branche zusammengefasst, das den Kfz-Händlern helfen soll und entsprechend Anhaltspunkte liefert. Die zu Verdachtsmeldungen verpflichteten Unternehmen finden es im internen Bereich der FIU-Website.

Zudem unterstützt der ZDK die Mitgliedsbetriebe mit der Broschüre „Die deutsche Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie“ bei ihren Präventionsmaßnahmen. Auch die TAK hat im Bereich Geldwäscheprävention diverse Angebote.

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